Was tun bei Wohn-Riester & Umzug, Vermietung oder Verkauf?

Der Gesetzgeber sieht vor, dass man die Wohn-Riester-Förderung ausschließlich für den Erwerb und die Nutzung eines Eigenheims verwendet. Folglich ist die Förderung gemäß Wohnförderkonto zurückzuzahlen, wenn man das geförderte Eigenheim selber nicht mehr nutzt. Unter bestimmten Bedingungen gibt es jedoch Ausnahmeregelungen, die nachfolgend aufgeführt sind.

Was ist eine schädliche Verwendung im Zusammenhang mit Wohn-Riester?

Eine schädliche Verwendung von Wohn-Riester tritt regelmäßig immer dann ein, wenn Förderberechtigte die Selbstnutzung der geförderten Wohnung nicht nur vorübergehend aufgeben, dies ist der Fall, wenn die Aufgabe der Selbstnutzung länger als ein Jahr anhält. Eine Besonderheit gilt bei Tod des Wohn-Riester-Nutzers oder im Falle einer Scheidung.

Was passiert bei einer schädlichen Wohn-Riester-Verwendung?

Kommt es zu einer schädlichen Verwendung, werden die dem Wohnförderkonto eingestellten Beträge komplett und ohne Abzüge dem zu versteuernden Einkommen hinzugerechnet. Damit es nicht zu einer Doppelbesteuerung kommt, werden erhaltene Steuervorteile nicht zusätzlich berücksichtigt.

Ausnahmen für schädliche Wohn-Riester-Verwendung bei Verkauf

Verkauft der Wohn-Riester-Nutzer das geförderte Eigenheim und reinvestiert einen Betrag, der dem Stand des Wohnförderkontos entspricht, in ein neues Eigenheim, entsteht keine schädliche Verwendung. Ebenfalls zulässig ist auch der Erwerb eines Dauerwohnrechts in einem Seniorenwohn- oder Pflegeheim.

Die Reinvestition muss innerhalb von einem Jahr vor der Aufgabe der Selbstnutzung der bisher begünstigten Wohnung oder innerhalb von vier Jahren danach erfolgen.

Ausnahmen für schädliche Wohn-Riester-Verwendung bei beruflich bedingtem Umzug und Vermietung

Ist ein beruflich bedingter Umzug notwendig, kann man die riester-geförderte Wohnung für die Dauer des beruflich bedingten Umzugs vermieten oder unentgeltlich überlassen. Bedingung ist, dass der Wohn-Riester-Nutzer spätestens zum 67. Lebensjahr die Wohnung wieder selbst nutzt. Zudem muss das Nutzungsrecht auf die Zeit bis zur Wiederaufnahme der Selbstnutzung befristet sein. Die Nachweise für den beruflich bedingten Wegzug und der befristeten Überlassung sendet man an die Zulagenstelle.

Besteuerung aufgrund der schädlichen Verwendung vermeiden

Kann man keine der vorgenannten Ausnahmeregelungen für sich beanspruchen, gibt es noch die Möglichkeit die Besteuerung des Wohnförderkontoguthabens zu vermeiden indem man innerhalb von einem Jahr nach Aufgabe der Selbstnutzung der Wohnung einen Betrag, der dem Stand des Wohnförderkontos entspricht, in einen eigenen Riester-Vertrag einzahlt.

Was tun, wenn man hinsichtlich Wohn-Riester und schädlicher Verwendung unsicher ist?

Ist man nicht sicher, ob man dauerhaft im wohnriester-geförderten Eigenheim wohnen möchte, sollte man sich Gedanken machen, ob man tatsächlich auf Wohn-Riester setzen will oder ob man sich nicht lieber die Flexibilität bewahren möchte zu einem späteren Zeitpunkt zu entscheiden „wohin die Reise geht“.

Alternativ wäre denkbar, dass man eine „normale“ Riester-Rente abschließt und sein Eigenheim ohne Wohn-Riester-Förderung finanziert. So sichert man sich die attraktive Förderung der Riester-Rente und ist hinsichtlich der Nutzung / Veräußerung / Vermietung des Eigenheims flexibel. Es besteht jederzeit die Möglichkeit das angesparte Riester-Guthaben förderunschädlich für die Tilgung der Eigenheimfinanzierung aufzuwenden.