Besteuerung von Wohnriester

Wie auch bei jeder anderen Form der Riester-Rente muss auch die Eigenheimrente im Rentenalter versteuert werden. Da der Wohn-Riester-Nutzer aber nicht, wie zum Beispiel bei einem Riester-Fondssparplan, eine monatliche Rente ausgezahlt bekommt, erfolgt die Besteuerung aufgrund eines unterstellten geldwerten Vorteils, der mit dem sogenannten Wohnförderkonto ermittelt wird.

Wofür müssen bei Wohn-Riester Steuern bezahlt werden?

Da es bei der Eigenheimrente keine lebenslange monatliche Rente gibt, wie es sonst bei der Riester-Rente üblich ist, wird eine fiktive Auszahlung / Rente unterstellt deren Höhe durch das Guthaben des Wohnförderkontos ermittelt wird. Die Steuern sind also auf einen unterstellten Zufluss zu entrichten.

Wie viel Steuern muss man für die Eigenheimrente bezahlen?

Die Höhe richtet sich nach zwei Prämissen: Einmal nach dem steuerpflichtigen Guthaben des Wohnförderkontos und nach dem jeweiligen persönlichen Steuersatz, der sich nach der Höhe der Gesamteinkünfte richtet. Oftmals ist der Steuersatz im Rentenalter deutlich geringer als zu Erwerbszeiten, da die monatlichen Einnahmen / Rente niedriger ausfallen.

Wie erfolgt die Besteuerung von Wohn-Riester?

Grundsätzlich muss unterschieden werden, ob die Besteuerung erfolgt, weil eine schädliche Verwendung vor Rentenbeginn stattgefunden hat oder die Besteuerung „regulär“ aufgrund des Rentenbeginns erfolgt. In Fällen wie Wohnriester & Tod oder Wohnriester & Scheidung gibt es hierzu Ausnahmen zu beachten.

Bei einer schädlichen Verwendung muss die offene Steuerlast immer umgehend in einer Summe gezahlt werden.

Erfolgt die Besteuerung, weil der Wohnriester-Nutzer in Ruhestand geht, kann er wählen, ob er die Steuerschuld in einer Summe oder ratierlich bis zum 85. Lebensjahr tilgt.

Ratierliche Bezahlung der Wohn-Riester-Steuern bis zum 85. Lebensjahr

Standardmäßig sieht Wohnriester eine jährliche Besteuerung des Wohnförderkontoguthabens bis zum 85. Lebensjahr vor. Die erste Steuerzahlung erfolgt zu Rentenbeginn zwischen dem 60. und 68. Lebensjahr und endet mit dem 85. Lebensjahr.

 

Der jährliche Besteuerungsbetrag (Verminderungsbetrag) reduziert das Wohnförderkonto bis zum 85. Lebensjahr auf 0. Der jährliche Vermindungsbetrag lässt sich nach folgender Formel berechnen:

 

Kommt es in den darauf folgenden 20 Jahren zu einer schädlichen Verwendung, weil die dauerhafte Nutzung des Eigenheims aufgegeben wird, muss das Restguthaben des Wohnförderkontos in einer Summe versteuert werden.

30% Nachlass bei sofortiger Zahlung der Steuern für Wohn-Riester

Entscheiden Sie sich zu Rentenbeginn für die Einmalbesteuerung des Wohnförderkonto-Guthabens, erhalten Sie einen Nachlass von 30% auf die Steuerschuld. Die verbleibenden 70% müssen mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden. Das Begleichen der Steuerschuld kann zwischen dem 60. und 68. Lebensjahr erfolgen.

 

Kommt es in den darauf folgenden 20 Jahren zu einer schädlichen Verwendung, weil die dauerhafte Nutzung des Eigenheims aufgegeben wird, muss der 30%-ige Nachlass anteilig nachversteuert werden. Bis zum 10. Jahr danach muss das 1,5-fache der nicht besteuerten 30% (gestaffelt nach Haltedauer) versteuert werden. Zwischen dem 11. und 20. Jahr muss nur noch der verbleibende unversteuerte Anteil der 30% versteuert werden.

Tipp: So reduzieren Sie die spätere Wohn-Riester-Besteuerung bereits vor Rentenbeginn

Wenn Sie neben Wohnriester Beiträge für einen weiteren Riester-Vertrag einzahlen, reduzieren diese Beiträge den Stand des Wohnförderkontos. Die zu besteuernden Beträge aus dem Wohnförderkonto fallen somit geringer aus. Zudem erhöhen Sie so Ihre Altersrente, da das Guthaben aus diesem Vertrag Ihnen später in Form einer lebenslangen Rente ausgezahlt wird. Für diesen zusätzlichen Riester-Vertrag erhalten Sie selbstverständlich keine (doppelte) Riester-Förderung.