Portrait über John Law

Doch wer war John Law eigentlich? Folgende Videobeiträge und Podcasts geben Auskunft:

Der Bankier und Ökonom John Law

Der WDR 5 hat im Rahmen der Sendung Dok 5 einen Podcast über John Law veröffentlicht, der äußerst hörenswert ist. Wer lieber lesen möchte anstatt zuzuhören, kann auch das Manusscript herunterladen.

John LawEin bedeutender Ökonom und Bankier des 17. und 18. Jahrhunderts war der Schotte John Law. John Law war der Sohn von William Law, einem Geldverleiher aus Edinburgh, der dort gleichzeitig Innungsmeister der ansässigen Goldschmiede war. Zusammen mit elf weiteren Geschwistern wuchs der im Jahre 1671 geborene John Law in der schottischen Stadt auf und siedelte dann bereits im Jahre 1688 nach London um, nachdem sein Vater verstorben war.

Schon früh entdeckte John Law seine außergewöhnlichen Fähigkeiten, die er im Bereich der Wahrscheinlichkeitsrechnung als Teil der Mathematik besaß. Dieses Talent wusste er gekonnt einzusetzen, und begann nach seiner Ankunft in der englischen Hauptstadt eine „Karriere“ als Glückspieler. Im Laufe der ersten Jahre konnte er so ein beachtliches Vermögen ansammeln, welches er allerdings mit relativ schnellen Händen wieder ausgab. Nachdem er im Zuge eines Duells im Jahre 1694 einen Konkurrenten im Duell tötete, musste John Law in die Niederlande fliehen, da er in England zum Tode verurteilt wurde. Nach seiner Ankunft in den Niederlanden studierte er ausführlich das niederländische Finanzsystem und beschäftigte sich mit der Idee des „künstlichen“ Geldes in Form von Banknoten, welches durch Gold bzw. genauer gesagt durch Goldmünzen gesichert sein sollte. Im Jahre 1705 veröffentlichte John Law zu diesem Themengebiet auch ein eigenes Buch.

John Law gründet die erste mit Papiergeld arbeitende Bank Frankreichs

Nachdem sich John Law ab dem Jahre 1715 mit dem französischen Duc d’Orleans anfreundete, erhielt er auf eigenen Vorschlag hin die Erlaubnis, mit der „Banque Royale“ die erste französische Bank zu gründen, der die Ausgabe von Papiergeld erlaubt war. Da die französische Krone aufgrund dieser „Maßnahme“ schuldenfrei wird, wird John Law der oberste Finanzverwalter des Landes. Allerdings ist der Schotte nicht aufgrund dieser „Rettungsaktien“, sondern vor allen Dingen deshalb noch heute bekannt, weil er als Erfinder der Volksaktie gilt, die von der sogenannten „Mississippi-Gesellschaft“ ausgegeben wurde. Vor allem aufgrund vermuteter Goldvorkommen wurde ein regelrechter Run auf die Aktien ausgelöst. Nachdem jedoch im Jahre 1719 feststand, dass es das in Louisiana vermutete Gold nicht gibt, fällt die Aktie ins Bodenlose. Abermals flieht John Law, dieses Mal nach Italien. Der Aktiencrash bedeutete gleichzeitig das Ende des Vertrauens in das Papiergeld. Zehn Jahre später verstirbt John Law (1729) schließlich an einer Lungenentzündung.