BERLIN (dpa-AFX) – Die Integration Geflüchteter in den deutschen Arbeitsmarkt läuft nach Einschätzung des Wirtschaftsweisen Lars Feld besser als erwartet. "Wir waren beispielsweise im Sachverständigenrat für Wirtschaft davon ausgegangen, dass es relativ lange dauert", sagte der Ökonom Lars Feld von der Universität Freiburg am Mittwoch. Die Migranten, die 2015 und 2016 ins Land kamen, seien häufig gering qualifiziert gewesen und hätten zunächst Deutsch lernen müssen.

Feld ist federführender Autor des Malteser Migrationsberichts 2019, der in Berlin vorgestellt wurde. Die Bundesagentur für Arbeit habe sich frühzeitig etwa um Sprachkurse gekümmert, lobte Feld. Während 2016 noch etwa die Hälfte der Schutzsuchenden arbeitslos gewesen sei, sei es zwei Jahre später noch ein Drittel gewesen. Dazu habe auch der brummende Arbeitsmarkt beigetragen.

Dem Bericht zufolge hat sich auch die Zahl der Menschen aus den acht wichtigsten Herkunftsländern Schutzsuchender, die sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, seit 2017 mehr als verdoppelt. Im April waren es den Angaben zufolge rund 312 000 Menschen. Die Chancen, einen Job zu bekommen, seien dabei besser für Menschen mit guten Chancen auf einen längerfristigen Aufenthalt in Deutschland.

Der Beauftragte der Malteser für den Migrationsbericht, Karl Prinz zu Löwenstein, forderte "neuen Schwung" für die Integration von Flüchtlingen. "Das geht nur im persönlichen Austausch zwischen den Menschen."/hrz/DP/stw