BERLIN (dpa-AFX) – Die von US-Präsident Donald Trump geplanten Steuererleichterungen für Unternehmen erhöhen aus Sicht der deutschen Wirtschaft den Reformdruck in Deutschland. Aus Sicht der führenden Wirtschaftsverbände BDI und DIHK muss sich Deutschland dem Wettbewerb stellen. "Mit der geplanten Absenkung des US-Körperschaftsteuersatzes von 35 Prozent auf nicht mehr als 20 Prozent heizt der US-Präsident den sich verschärfenden internationalen Steuerwettbewerb weiter an", sagte der Hauptgeschäftsführer des Industrieverbandes BDI, Joachim Lang, am Donnerstag in Berlin. Die deutsche Steuerpolitik müsse sich diesem Wettbewerb nach fast zehn Jahren fehlender Strukturreformen stellen.

Es geht laut dem BDI darum, Wachstum und Innovation zu fördern, statt den Fokus allein auf die Vermeidung von Steuerschlupflöchern zu richten. Dies habe dem Fiskus keine höheren Steuerquoten ausländischer Konzerne eingebracht, sondern deutschen Unternehmen klare Wettbewerbsnachteile. Der BDI pochte erneut auf steuerliche Anreize für Forschung und Entwicklung.

DIHK-Präsident Eric Schweitzer verwies darauf, dass sich nach der Senkung des Körperschaftsteuersatzes auf 20 Prozent die US-Steuerbelastung im internationalen Vergleich künftig im unteren Drittel bewege. In Deutschland verbleibe die Gesamtbelastung im oberen Drittel. Damit erhöhe sich der Druck auf die nächste Bundesregierung, eine Reform der Unternehmensbesteuerung anzupacken.

"Deutschland kann sich nicht noch einmal vier Jahre Stillstand bei den Steuern erlauben", sagte Schweitzer. Anders als in den USA gebe es in Deutschland finanzielle Spielräume für eine mutige Reform./sl/DP/tos