BERLIN (dpa-AFX) – Der CSU-Vizevorsitzende Manfred Weber sieht die Sondierungsgespräche zum Thema Europa auf gutem Weg. Die Atmosphäre sei gut, sagte Weber der Deutschen Presse-Agentur. "Alle ziehen in die gleiche Richtung." Der Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament gehört zum Verhandlungsteam der CSU in den Jamaika-Gesprächen mit CDU, Grünen und FDP. Nachdem am Dienstagabend keine Absprachen zur Europapolitik getroffen werden konnten, soll das Thema an diesem Donnerstag erneut besprochen werden.

Weber sagte, eine neue deutsche Bundesregierung müsse die "ausgestreckte Hand Frankreichs zur Stärkung der Europäischen Union" annehmen. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte unter anderem einen Euro-Zonen-Haushalt ins Spiel gebracht, der mit einer eigenen Steuer finanziert werden soll. "Ich bin froh, dass es keinen Ruf nach einer Schuldenunion oder ein Euro-Zonen-Budget mit neuen Umverteilungsmechanismen gibt", erklärte Weber. "Dies wäre mit der CSU auch nicht zu machen. Der Stabilitätskurs in der Euro-Politik muss fortgesetzt werden."

Mit Blick auf die gespannten Beziehungen zur Türkei forderte Weber eine Neubewertung. "Es ist offensichtlich, dass es nicht so weitergehen kann wie bisher. Deshalb will die CSU den Stopp der Beitrittsgespräche", sagte der Europapolitiker./hrz/DP/zb