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BERLIN (dpa-AFX) – CSU und FDP befürchten, dass die EU-Reformpläne des französischen Präsidenten Emmanuel Macron für Deutschland teuer werden könnten. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sagte am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybritt Illner": "Was Macrons finanzpolitische Vorstellungen angeht, bin ich sehr, sehr skeptisch. Es läuft letztendlich auf mehr Transfer hinaus." FDP-Vize Wolfgang Kubicki sagte in derselben Sendung zwar: "Ich fand die Rede von Marcon sensationell." Er fügte aber hinzu: "Die Idee, dass Deutschland alles bezahlen soll, die hätte ich als französischer Politiker auch."

Grünen-Chef Cem Özdemir appellierte an die potenziellen Partner in einer Jamaika-Koalition, Macron entgegenzukommen: "Deutschland kann kein Interesse daran haben, dass Marcon scheitert, dann kommt Le Pen." Kubicki entgegnete, er glaube, dass man sich in den Koalitionsgesprächen in dieser Frage verständigen könne. Allerdings hatte FDP-Chef Christian Lindner bereits erklärt, dass die Liberalen einem Haushalt der Euro-Zone, der zu einem automatisierten Finanzausgleich in Europa führen könnte, nicht zustimmen würden.

Frankreichs Staatschef Macron hatte am Dienstag in einer viel beachteten Rede eine Neuordnung Europas gefordert und dafür einen bis 2024 reichenden Fahrplan präsentiert. Unter anderem will er einen eigenen Haushalt und einen Finanzminister für die Eurozone. Angeblich hat Macron große Sorge, dass die FDP in Deutschland mitregiert. Laut "Le Monde" soll Macron einem Vertrauten gesagt haben: "Wenn Angela Merkel sich mit den Liberalen verbündet, bin ich tot."/hot/DP/zb