BERLIN (dpa-AFX) – Für die Verluste von CDU und SPD in Hessen bei der Landtagswahl sieht die Forschungsgruppe Wahlen die Gründe auch bei der Bundespolitik. Es gebe starken Gegenwind aus Berlin für CDU und SPD. "Die Arbeit der Bundesregierung wird erstmals seit Jahren bei einer Landtagswahl negativ bewertet; 60 Prozent meinen, die große Koalition schade in Hessen der CDU und 54 Prozent meinen, sie schade hier der SPD", schreiben die Analysten. Insbesondere der CDU fehle der "Merkel-Bonus", den sie noch vor fünf Jahren hatte. "Vor Ort können beide Parteien nur bedingt mit politischen Leistungen, Spitzenpersonal oder Sachkompetenzen überzeugen."

Starke Konkurrenz kommt von den Grünen, für die sich laut Forschungsgruppe viele Wähler kurzfristig entschieden haben. Für 69 Prozent der Befragten stehen die Grünen in Hessen "für eine moderne, bürgerliche Politik". Für ihre Arbeit in der bisherigen schwarz-grünen Koalition bekommen die Grünen demnach die besseren Noten als die CDU. Zudem stellen sie mit Tarek Al-Wazir den beliebtesten Spitzenpolitiker Hessens.

Unter dem Strich wertet die Forschungsgruppe die Ergebnisse als "Votum für schwarz-grüne Regierungskontinuität mit deutlich mehr grünem Anstrich". 49 Prozent seien für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit von Union und Grünen, 33 Prozent dagegen. "Dagegen wird eine große Koalition inzwischen sogar stärker abgelehnt als sämtliche denkbaren Drei-Parteien-Bündnisse, gegen die es in Hessen ebenfalls mehr oder weniger große Vorbehalte gibt."/jal/hrz/DP/he