EICHSTÄTT (dpa-AFX) – Der Finanzskandal im Bistum Eichstätt um Immobiliengeschäfte in den USA könnte weniger gravierende Folgen haben als ursprünglich von der katholischen Kirche befürchtet. Die Staatsanwaltschaft München II gehe statt der bislang angenommenen etwa 60 Millionen Dollar (etwa 50,3 Millionen Euro) "nur noch von einem gesicherten Vermögensschaden von mindestens rund einer Million US-Dollar" (etwa 839 000 Euro) aus, teilte eine Sprecherin der Behörde mit. Dabei handele es sich um Bestechungszahlungen. Zuerst hatte die "Augsburger Allgemeine" (Mittwoch) darüber berichtet.

Wegen der Immobiliengeschäfte ermittelt die Staatsanwaltschaft seit Anfang Februar gegen den ehemaligen stellvertretenden Finanzdirektor sowie einen Immobilien-Projektentwickler. Beide sitzen in Untersuchungshaft. Ihnen wird Untreue, Bestechung und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr vorgeworfen.

Inzwischen haben die Ermittler nach eigenen Angaben neue Erkenntnisse zur Struktur der Darlehensverträge und der Darlehensschuldner erlangt. Zudem habe es Rückzahlungen von Darlehen gegeben. Ein tatsächlich höherer Schaden sei allerdings nicht auszuschließen. Auch beim Bistum Eichstätt hieß es, dass eine seröse Schätzung, wie hoch der Schaden am Ende ausfallen wird, derzeit nicht möglich sei./vge/wen/DP/tos