WASHINGTON (dpa-AFX) – 90 Tage nach Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch US-Präsident Donald Trump treten umstrittene US-Sanktionen gegen das Land wieder in Kraft. Einer Verfügung Trumps zufolge gelten die Strafmaßnahmen ab 6.00 Uhr am Dienstag (MESZ/Mitternacht US-Ostküstenzeit). Ziel sei es, "maximalen wirtschaftlichen Druck" auf das ökonomisch bereits angeschlagene Land auszuüben, teilte der US-Präsident mit.

Trump beschuldigt die "mörderische Diktatur" in Teheran, Blutvergießen, Gewalt und Chaos zu verbreiten. Die EU ist gegen die erneuten US-Sanktionen. Trump wirft dem Iran Unterstützung von Terrorismus vor und drängt alle Staaten, sich den Maßnahmen anzuschließen.

Mit der Wiederbelebung der Sanktionen wollen die USA unter anderem erreichen, dass der Iran keine US-Dollar erwerben und nicht mehr mit Gold und Edelmetallen handeln kann. Der Handel mit bestimmten Metallen, Rohstoffen und Industriesoftware soll unterbunden werden. Passagierflugzeuge und Flugzeugteile sollen nicht mehr an den Iran geliefert werden. Auch der iranische Automobilsektor ist betroffen.

In einer zweiten Runde im November sollen dann besonders schmerzhafte Sanktionen wieder eingesetzt werden, mit denen Ölimporte anderer Länder aus dem Iran auf Null reduziert werden sollen. Zugleich soll der internationale Zahlungsverkehr mit dem Iran lahmgelegt werden.

Die Sanktionen waren im Zuge des Atomdeals der UN-Vetomächte und Deutschlands mit dem Iran vom Juli 2015 ausgesetzt worden. Trump hatte im vergangenen Mai den einseitigen Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen verkündet. Er kritisiert, die Vereinbarung sei untauglich dafür gewesen, den Bau einer Atombombe zu verhindern, und habe die Regierung in Teheran noch dazu mit Geld versorgt./cy/DP/he