BRÜSSEL (dpa-AFX) – US-Energieminister Rick Perry hat sich für eine stärkere Zusammenarbeit im Energiesektor zwischen den USA und Europa ausgesprochen. "Wir sind erpicht darauf, ein guter Partner der EU zu sein, in Wissenschaft, Energie und Innovation", sagte Perry am Donnerstag nach einem Treffen mit EU-Vizekommissionspräsident Maros Sefkovic und EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete in Brüssel.

Sefkovic zufolge könnte Flüssig-Erdgas (LNG) aus den USA künftig eine große Rolle im europäischen Energiemix spielen. "Dafür müssen wir aber noch Infrastruktur sowohl in den USA als auch in der EU ausbauen", meinte er.

Perry bekräftigte vor diesem Hintergrund die Kritik der USA am deutsch-russischen Pipelineprojekt Nord Stream 2. Die USA unterstützen keine Vorhaben, die die Abhängigkeit von einer einzigen Quelle erhöhten, meinte er.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor die aus seiner Sicht zu niedrigen Militärausgaben Deutschlands mit Angriffen gegen Nord Stream 2 verbunden. Er sagte, die USA beschützten Deutschland, doch die Bundesrepublik zahle Milliarden für Erdgas an Russland und mache das Land damit stark. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen.

Russland ist derzeit Deutschlands wichtigster Energielieferant. Im Jahr 2017 lag der Anteil des deutschen Erdgasimports aus Russland nach Angaben der deutschen Energiewirtschaft bei rund 40 Prozent, bei Rohöl waren es 37 Prozent. Durch die neue Gas-Pipeline Nord Stream 2 dürfte diese Stellung noch gestärkt werden. Auch die Ukraine lehnt das Leitungsprojekt durch die Ostsee von Russland nach Deutschland ab, weil damit weniger russisches Erdgas über ukrainische Pipelines nach Westeuropa fließen dürfte und das Land Einnahmen verliert./asa/DP/nas