NEW YORK (dpa-AFX) – Die vom UN-Sicherheitsrat verhängten Sanktionen gegen Nordkorea könnten die Lage im Land für die Bevölkerung verschlimmern. Zu dieser Einschätzung kommt der UN-Sondergesandte für Menschenrechte in Nordkorea, Tomas Ojea Quintana. So könnten Nordkoreaner durch Ausführbeschränkungen und Handelsverbote etwa schlechteren Zugang zu Medikamenten für Chemotherapie oder Rollstühlen haben, sagte Ojea der UN-Vollversammlung am Donnerstag bei Vorstellung seines Jahresberichts. Humanitäre Helfer hätten wegen der Sanktionen zudem Probleme, benötigte Materialen zu besorgen und internationale Finanztransaktionen für ihre Arbeit durchzuführen.

Der UN-Sicherheitsrat hatte über die vergangenen Jahre zahlreichen Sanktionen gegen Pjöngjang als Reaktion auf die Atom- und Raketentests verhängt. Zuletzt hatte der Rat im September eine Deckelung von Öllieferungen und ein Verbot von Textilexporten beschlossen. Es müsse sichergestellt werden, dass Sanktionen keine "Kollektivstrafe für die gewöhnlichen Bürger" seien, sagte Ojea. An erster Stelle sei aber die nordkoreanische Regierung dafür verantwortlich, für die Einhaltung der Menschenrechte in dem kommunistisch geführten Land zu sorgen./jot/DP/zb