KIEW (dpa-AFX) – Der ukrainische Staatskonzern Naftogaz hat neuerliche Milliardenklagen gegen das russische Unternehmen Gazprom wegen der Annexion der Halbinsel Krim angekündigt. Mit Zinsen belaufen sich die Forderungen auf umgerechnet mehr als 6,3 Milliarden Euro, sagte der geschäftsführende Direktor von Naftogaz, Juri Witrenko, am Freitag der Online-Plattform Liga.net.

Durch die russische Annexion der ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim im Frühjahr 2014 hatte Naftogaz unter anderem den Zugriff auf mehrere Gaslagerstätten verloren. Eine Entscheidung des Ständigen Schiedsgerichtshofs im niederländischen Den Haag erwartet Witrenko bis Ende 2021.

Zuvor war bekanntgeworden, dass Russland nach einer Entscheidung eines Schweizer Schiedsgerichts zwölf ukrainischen Gesellschaften für Enteignungen auf der Krim Entschädigungen von insgesamt umgerechnet über 72 Millionen Euro zahlen muss. Grundlage für das Urteil war ein 1998 zwischen der Ukraine und Russland geschlossenes Investitionsschutzabkommen.

Naftogaz hat aus mehreren Schiedsverfahren gegen Gazprom insgesamt bereits mehr als 2,6 Milliarden Euro erhalten. Dies war durch ein Abkommen zur Fortsetzung des Gastransits über die Ukraine unter der Vermittlung der Europäischen Union und Deutschlands mit den Russen möglich geworden./ast/DP/zb