WASHINGTON (dpa-AFX) – Nach dem Eklat von US-Präsident Donald Trump beim G7-Gipfel hat dessen Wirtschaftsberater Larry Kudlow dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau die Schuld dafür gegeben und ihn in scharfen Worten kritisiert. Trudeau sei der US-Regierung in den Rücken gefallen, sagte Kudlow am Sonntag in einem Interview des Senders CNN. Der kanadische Premier habe Trump und die anderen G7-Mitglieder verraten.

Während des Gipfels habe in der Gruppe der G7 Einigkeit geherrscht, die USA hätten Kompromisse gemacht und Trump sei charmant gewesen, sagte Kudlow. Trump und Trudeau seien sogar nah an einer Einigung beim Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (Nafta) gewesen, erklärte der Berater. Nach Trumps Abreise aber habe Trudeau die USA in einer Pressekonferenz heftig kritisiert und sei aus der Reihe getanzt. Der US-Präsident lasse sich aber nicht von einem kanadischen Premier "herumschubsen", sagte Kudlow. Trump erlaube vor dem Gipfel mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un kein Anzeichen von Schwäche.

Trump hatte nach dem Ende des Gipfels in einem nie da gewesenen Eklat seine Zustimmung zur Abschlusserklärung der G7 per Twitter-Nachricht wieder zurückgezogen. Er begründete diesen bisher einmaligen Schritt in der über 40-jährigen G7-Geschichte unter anderem mit der Haltung des kanadischen Gastgebers zu US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium./hma/DP/men