DÜSSELDORF (dpa-AFX) – Der Koordinator der Bundesregierung für die transatlantische Zusammenarbeit, Peter Beyer, hat den nachträglichen US-Ausstieg aus der G7-Abschlusserklärung als "diplomatisches Desaster" bezeichnet. In der "Rheinischen Post" (Montag) schloss der aber CDU-Politiker aber auch eine neuerliche Kehrtwende des amerikanischen Präsidenten Donald Trump nicht aus. "Es ist inzwischen nicht mehr überraschend, dass Trump sprunghaft und unzuverlässig ist. Es kann sehr gut sein, dass er auch seine nachträgliche Abkehr vom Abschlussdokument wieder revidiert." Beyer betonte, die anderen sechs Industriestaaten müssten nun umso mehr zusammenhalten. "Das G7-Format muss bleiben."

Die USA und die sechs anderen G7-Staaten hatten sich bei ihrem Gipfel in Kanada trotz tiefgreifender Differenzen bei den Themen Handel und Klimaschutz zu einer Abschlusserklärung durchgerungen. Kurz darauf zog Trump dann völlig überraschend per Twitter seine Zustimmung zu der Erklärung zurück – ein einmaliger Vorgang in der G7-Geschichte.

"Ein Scheitern war zu erwarten", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Norbert Röttgen (CDU), der "Passauer Neuen Presse" (Montag). "Wer gedacht hatte, Donald Trump mit guten Argumenten und Zureden zu einer anderen Handelspolitik bringen zu können, hatte unrealistische Erwartungen." Auch Röttgen sprach sich dagegen aus, das G7-Format nun aufzugeben. Es sei ein wichtiges Gremium "in einer chaotischer werdenden Welt"./seb/DP/zb