DARMSTADT (dpa-AFX) – Ohne Aussicht auf eine schnelle Einigung gehen die regionalen Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie in die zweite Runde. Die Verhandlungskommissionen der IG Metall und der Arbeitgeber kommen an diesem Mittwoch (11.00 Uhr) in Darmstadt für das Tarifgebiet Mitte zusammen. Dazu gehören die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Auch in Bayern und Niedersachsen wird verhandelt. Ob die Arbeitgeber ein erstes Angebot vorlegen, blieb zunächst unklar.

Schon in der ersten Verhandlungsrunde war deutlich geworden, dass sich vor allem zur Frage flexibler Arbeitszeiten ein heftiger Konflikt in dem gesamten Wirtschaftszweig mit rund 3,9 Millionen Beschäftigten anbahnt. Die IG Metall hat neben 6 Prozent mehr Gehalt gefordert, dass alle Beschäftigten befristet auf zwei Jahre ihre Wochenarbeitszeit auf 28 Stunden verkürzen können. Bestimmte Beschäftigtengruppen wie Schichtarbeiter, Eltern junger Kinder und Mitarbeiter, die ihre Angehörigen pflegen, sollten dafür einen Lohnausgleich erhalten.

Gesamtmetall hat die Vorstellungen unter Hinweis auf den Fachkräftemangel rundweg abgelehnt. Mehr Geld für weniger Arbeit werde es nicht geben, erklärte Präsident Rainer Dulger. Es drohe ein faktischer Einstieg in die 28-Stunden-Woche, was nach der Rente mit 63 den nächsten Fachkräfte-Aderlass bedeuten würde. Ihrerseits verlangen die Arbeitgeber flexiblere Höchstarbeitszeiten mit weniger Zuschlägen für Mehrarbeit.

Warnstreiks unter anderem in den Schlüsselbranchen Auto, Maschinenbau und Elektro sind erstmals nach Ablauf der Friedenspflicht im neuen Jahr möglich. Die Tarife werden zunächst in regionalen Runden verhandelt, bevor gemeinsam ein Pilotbezirk ausgeguckt wird, dessen Ergebnis dann auf die anderen Gebiete übertragen wird. In der Vergangenheit war dies besonders häufig in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westaflen, gelegentlich auch in Bayern der Fall./ceb/DP/she