SEOUL/FRANKFURT (dpa-AFX) – Die südkoreanische Zentralbank hat ihren Leitzins erstmals seit langem angehoben und damit möglicherweise den Startschuss für geldpolitische Straffungen in anderen asiatischen Ländern gegeben. Wie die Bank of Korea am Donnerstag mitteilte, steigt der Zins für siebentägiges Zentralbankgeld um 0,25 Punkte auf 1,5 Prozent. Es ist die erste Zinsanhebung seit rund sechs Jahren. Ein Mitglied des geldpolitischen Ausschusses sprach sich gegen den Schritt aus, der an den Finanzmärkten erwartet worden war.

Notenbankchef Lee Ju-yeol stellte weitere Zinsanhebungen in Aussicht. Zugleich unterstrich er, dass die Zinsstraffung langsam erfolge und die geldpolitische Ausrichtung grundsätzlich locker bleibe. Die Währung Südkoreas, der Won, geriet trotz der Zinsanhebung unter Druck. Fachleute von der Commerzbank erklärten dies damit, dass der Zinsschritt erwartet worden sei und deshalb Gewinnmitnahmen eingesetzt hätten.

Dem Zinsschritt wird von einigen Experten Bedeutung über Südkorea hinaus zugemessen. So wird es für möglich gehalten, dass dem Land weitere asiatische Volkswirtschaften folgen könnten und es somit zu einer "synchronen Zinsstraffung" kommen könnte. Im Gespräch ist derzeit unter anderem die Notenbank Malaysias. Die größten asiatischen Volkswirtschaften China und Japan dürften dem Beispiel Südkoreas allerdings nicht so bald folgen, erwarten Beobachter./bgf/jkr/das