GÜTERSLOH (dpa-AFX) – Rund sieben Wochen vor der Europawahl stehen sich die europäischen Bürger einer Studie zufolge bei ihrer Haltung zur EU in zwei Lagern gegenüber. In Europa gebe es eine Kluft zwischen denjenigen, die den Zustand der Gesellschaft und ihre eigene ökonomische Lage zuversichtlich sehen und denen, die diese mit Sorge betrachten, heißt es in einer repräsentativen Befragung der Bertelsmann Stiftung. Und diese unterschiedlichen Einstellungen könnten direkte Auswirkungen auf die Wahl des Europa-Parlaments im Mai haben, wie die Autoren der am Donnerstag veröffentlichten “Eupinions”-Untersuchung schreiben.

Denn die Zuversichtlichen und Verunsicherten hätten auch deutlich verschiedene Meinungen über die EU-Politik und zudem unterschiedliche parteipolitische Präferenzen. Konkret bedeute das: Verunsicherte Bürger äußerten tendenziell häufiger Sympathien für rechtspopulistische oder rechtsextreme Parteien wie Rassemblement National in Frankreich, AfD in Deutschland oder Lega in Italien. Sie sind laut Studie eher unzufrieden mit den Weichenstellungen auf EU-Ebene, kritisieren die EU-Arbeitsweise und meinen, dass Brüssel und Straßburg Bürgeranliegen vernachlässigten.

Die zuversichtlich Eingestellten neigen dagegen eher zu Parteien der Mitte und zu pro-europäischen Parteien, wie die Umfrage unter gut 11 700 Bürgern hervorhebt. Sie stellten der EU ein positiveres Zeugnis aus und seien über die Europapolitik auch besser informiert./wa/DP/zb