BERLIN (dpa-AFX) – Von einer Grundrente nach den umstrittenen Plänen von Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) würden laut einer Studie besonders Frauen profitieren. In Westdeutschland verfehlten demnach aber relativ viele Geringverdiener die Grundbedingung von mindestens 35 Jahren mit Beitragszahlungen. Insgesamt könnten 1,88 Millionen Frauen Renten-Zuschläge erwarten – und rund 960 000 Männer, wie das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse erklärte. Zuerst berichtete die "Bild"-Zeitung (Donnerstag) über die Studie.

Heils Konzept sieht vor, dass bis zu vier Millionen Geringverdiener nach langem Arbeitsleben automatisch höhere Renten bekommen sollen. Die Grenze von 35 Jahren Beitragszahlung ist im Koalitionsvertrag verankert – mit weniger Jahren geht es also von vornherein nicht.

Das IW analysierte dagegen nun, wie viele Menschen zwar die vorgesehenen Verdienstbedingungen erfüllen, aber nicht die vorgegebenen Beitragsjahre erreichen. Im Westen wären es demnach 1,2 Millionen Frauen mit mindestens 35 Beitragsjahren, die profitieren würden – 2,46 Millionen Geringverdienerinnen würden diese Bedingung dagegen nicht erfüllen. Im Osten kämen 690 000 Frauen auf 35 Beitragsjahre, 140 000 Geringverdienerinnen jedoch nicht.

Das Arbeitsministerium erläuterte, wer wie stark von der Grundrente profitiere, hänge von der konkreten Ausgestaltung ab. Ein Großteil der Frauen erfülle die Kriterien grundsätzlich eher – weil diese oft in geringer bezahlten Jobs arbeiten und häufiger für Erziehungszeiten aus dem Beruf gehen. Auch in Regionen mit unterdurchschnittlichem Lohnniveau dürften tendenziell mehr Menschen profitieren./sam/DP/edh