NÜRNBERG (dpa-AFX) – In vier kreisfreien Städten in Ostdeutschland verdienen vollzeitbeschäftigte Frauen im Schnitt mehr als Männer: In Cottbus liegt ihr Gehaltsplus bei vier Prozent, in Frankfurt/Oder und Dessau-Roßlau bei jeweils drei Prozent und in Schwerin bei einem Prozent. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB/Nürnberg) hervor. "Dabei wurden alle Frauen und Männer, die in einer Region in Vollzeit arbeiten, miteinander verglichen, unabhängig von der Qualifikation und vom Alter", sagte die IAB-Arbeitsmarktforscherin Michaela Fuchs am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Berücksichtigt wurden dabei Kreise wie auch kreisfreie Städte.

So lag den Angaben zufolge der durchschnittliche Tageslohn einer vollzeitbeschäftigten Frau (2016) in Cottbus bei 88,96 Euro, bei einem Mann bei 85,25 Euro. "Es hängt sehr stark von den konkreten Beschäftigungsmöglichkeiten vor Ort ab, ob Frauen oder Männer mehr oder weniger verdienen", erläuterte die Forscherin. So biete der öffentliche Dienst Frauen in Ostdeutschland häufig mehr Verdienstmöglichkeiten, zum Beispiel in Verwaltungen.

"Männer hingegen verdienen vor allem in solchen Regionen deutlich mehr, in denen Großbetriebe gut bezahlte Jobs in Produktion, Fertigung und Forschung anbieten, auch Karrieremöglichkeiten", sagte sie. Dies sei in den vier kreisfreien ostdeutschen Städten aufgrund der kleinteiligen Wirtschaftsstruktur und der schwachen industriellen Basis anders – zu Gunsten der Frauen. Dennoch erhalten im bundesweiten Schnitt vollzeitbeschäftigte Männer rund 21 Prozent mehr Lohn oder Gehalt als Frauen (2016)./pb/DP/tav