PEKING (dpa-AFX) – Die Stimmung in den Chefetagen der chinesischen Industrie erscheint widersprüchlich. Während der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) im herstellenden Gewerbe im September auf den höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren stieg, zeigte eine private Erhebung am Samstag einen rückläufigen Trend.

Knapp drei Wochen vor dem nur alle fünf Jahre stattfindenden Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas verkündete das Statistikamt in Peking einen Zuwachs ihres Indexes von 51,7 auf 52,4 Punkte – soviel wie seit Mai 2012 nicht mehr.

Der Index des renommierten Wirtschaftsmagazins "Caixin", der anders als die Statistikbehörde weniger Staatsunternehmen, sondern stärker private und mittelständische Firmen berücksichtigt, fiel hingegen um 0,6 auf 51,0 Punkte.

Beide wichtigen Konjunkturdaten lagen allerdings im positiven Bereich über der kritischen Marke von 50 Punkten. Darüber ist von Expansion und darunter von Kontraktion der Industrie auszugehen. "Die chinesische Wirtschaft war stabil im dritten Quartal", kommentierte "Caixin"-Chefökonom Zhong Zhengsheng.

Die Gründe für das widersprüchliche Bild waren unklar. Vor wichtigen politischen Ereignissen wie jetzt dem Parteitag tendieren chinesische Staatsunternehmen und Behörden dazu, lieber positive Nachrichten an höhere Stellen weiterzuleiten.

Zhao Qinghe vom Statistikamt erklärte den starken offiziellen Index damit, dass es einen "beständigen Aufwärtstrend" gebe. Die Nachfrage daheim und im Ausland verbessere sich, sagte der Statistiker laut amtlicher Nachrichtenagentur Xinhua. Auch sei der Konsum im September vor der kommenden Feiertagswoche aus Anlass des Nationalfeiertages an diesem Sonntag "robust" gewesen./lw/DP/zb