Saudi-Arabien setzt Reformpläne um, Bilfinger muss Stellen streichen und Griechenland freut sich auf weitere Schuldenerleichterungen

Saudi-Arabien: Neuer Ölminister

Khalid al-Falih übernimmt das neu gegründete Ministerium für Energie, Industrie und Bodenschätze und löst damit den letzten Ölminister Ali al-Naimi nach 21 Jahren ab. Mit der Umbenennung des früheren Ölministeriums unterstreicht der stellvertretende Kronprinz Mohammad bin Salam seine tiefgreifenden Reformvorhaben mit dem Ziel die wirtschaftliche Abhängigkeit von den Öleinnahmen zu reduzieren. Um dies möglichst schnell umsetzen zu können, ist neben der Umstrukturierung des einstigen Ölministeriums auch ein Teilbörsengang der staatlichen Ölgesellschaft Saudi Aramco geplant.

Falih positioniert sich öffentlich als klarer Befürworter der Reformpläne des Königssohns und wertet diese als besonders wichtig, um dem Risiko niedriger Ölpreise in Zukunft besser begegnen zu können. Mehr zum Thema auf sz.de: http://goo.gl/7V7IIB

Bilfinger streicht Stellen

Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger muss Arbeitsplätze streichen. Das Unternehmen möchte die Personal- und Sachkosten um jährlich etwa 100 Millionen Euro reduzieren. In der Mannheimer Zentrale soll die Verwaltung gestrafft und neue IT-Systeme eingeführt werden. Die geplanten Kosteneinsparungen sollen laut Bilfinger 2017 wirksam werden. An der Börse wurden das Sparziel bereits positiv aufgenommen und die Einmalkosten für den firmeninternen Umbau als lohnende Investition gewertet.

Seit etwa zwei Jahren hat das Unternehmen mit massiven Verlusten zu kämpfen. Erst im letzten Jahr verzeichnete der Baukonzern Rekordverluste im Kraftwerksgeschäft von einer halben Milliarde Euro. Mehr zum Thema im Wirtschaftsblatt: http://goo.gl/4ULRmm

Griechenland: Einigung der EU-Finanzminister

Im Rahmen des dritten Sparprogramms haben sich die EU-Finanzminister mit Athen auf neue Sparziele verständigt. Konkrete Vorgaben wurden allerdings bereits in Brüssel beschlossen. Aussagen der Euro-Gruppe zufolge habe man Griechenland dazu verpflichtet, ein Sparmaßnahmen-Paket im Umfang von bis zu drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes bis 2018 aufzustellen. Beinhalten soll das Paket unter anderem eine Reform der Mehrwertsteuer sowie der Löhne im öffentlichen Sektor. Die EU-Finanzmister hoffen mit der schnellen Einigung darauf, dass das in der Vergangenheit vereinbarte Ziel eines Haushaltsüberschusses (vor Zinszahlungen auf die Staatsschuld) von 3,5 Prozent erreicht wird. Im Gegenzug winken dem Land weitere Schuldenerleichterungen, so die Welt: http://goo.gl/LFWLTW

Bild: Martin M303