NEW YORK (dpa-AFX) – Die Anleger an der Wall Street haben zu Wochenbeginn wieder zaghaft Mut gefasst. Die wichtigsten Aktienindizes drehten im Handelsverlauf am Montag ins Plus, nachdem die zuletzt dominierenden Sorgen bezüglich der Konfrontationspolitik der USA etwas in den Hintergrund gerückt waren. Die Investoren hofften nun Börsianern zufolge auf einen unter dem Strich weiter positiven Verlauf der Berichtssaison. Insgesamt jedoch hielten sich die Kursbewegungen in recht engen Grenzen.

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial schloss 0,16 Prozent höher bei 25 502,18 Punkten. Der marktbreite S&P 500 rückte um 0,35 Prozent auf 2850,40 Punkte vor und für den Technologiewerte-Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,59 Prozent auf 7439,00 Punkte bergauf.

Beherrschendes Thema blieb gleichwohl der Handelsstreit mit China, nachdem Peking auf die jüngsten Zolldrohungen der USA mit Gegenmaßnahmen reagiert hatte. Geblickt wurde zu Wochenbeginn aber auch auf die Beziehungen der Vereinigten Staaten zum Iran. Nach dem von US-Präsident Donald Trump verkündeten Rückzug aus dem Atomabkommen treten die bislang ausgesetzten Washingtoner Sanktionen in der Nacht zu Dienstag wieder in Kraft.

Auf Unternehmensseite sorgte ein möglicher Stolperstein bei der geplanten Fusion der Gaskonzerne Praxair und Linde für Gesprächsstoff. Mittlerweile gehen die Branchengrößen davon aus, dass die US-Wettbewerbsbehörde FTC für ein Durchwinken des Vorhaben "zusätzliche Veräußerungszusagen" erwartet. Experten halten deshalb ein Scheitern der Transaktion wieder für möglich.

Linde erwäge daher inzwischen weitere Verkäufe in den USA, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Dabei gehe es um die Trennung vom Bereich Spezialgase sowie vom sogenannten Onsite-Geschäft, bei dem Anlagen direkt beim Kunden installiert sind. Dennoch sackten die Praxair-Aktien unter den Schlusslichtern im S&P 500 um fast 4 Prozent ab. In Frankfurt büßten die zum Umtausch eingereichten Papiere von Linde bis zum Handelsschluss rund 7,5 Prozent ein.

Die Intel-Aktien fielen nach einem Analystenkommentar um 0,66 Prozent und zählten damit zu den schwächsten Werten im Dow. Der Experte Blayne Curtis von der britischen Investmentbank Barclays hatte Anlegern dazu geraten, sich an der Seitenlinie aufzuhalten, solange weder der neue Konzernchef noch Ziele für 2019 bekannt sind – und die Strategie des Chipkonzerns gegen den starken Wettbewerb nicht klarer ersichtlich ist.

An der Dow-Spitze stiegen die Anteilscheine von Walt Disney um 1,62 Prozent. Der Unterhaltungsriese präsentiert am Dienstag seine Quartalszahlen.

Abseits des Dow zogen die B-Aktien von Berkshire Hathaway um rund 3 Prozent an. Börsen-Guru Warren Buffett hatte die Anteilseigner seiner Beteiligungsgesellschaft einmal mehr mit glänzenden Quartalszahlen verwöhnt.

Zudem konnten die Papiere von Pepsico mit einer Personalie punkten: Beim Getränkegiganten kommt es nach zwölf Jahren zum Führungswechsel. Die langjährige Chefin Indra Nooyi gibt den Top-Posten bei dem Coca-Cola-Konkurrenten ab. Für die Pepsico-Aktien ging es um knapp 1 Prozent nach oben. Sie bewegten sich damit wieder auf dem Niveau von Anfang Februar.

Für Nooyi kommt nun Ramon Laguarta. Der 54-jährige Manager war im letzten Jahr zum "President" des Konzerns befördert worden. Das hatte die Erwartung geschürt, dass er ein möglicher Nachfolger für Nooyi ist, die jetzt mit 62 Jahren abtritt. Der Experte Nik Modi vom Analysehaus RBC spekulierte derweil, dass Laguarta die Abfüllbetriebe des Getränkekonzerns wieder verkaufen könnte, die Nooyi erworben hatte. Ein solcher Schritt würde seiner Meinung nach die Kapitalrendite verbessern.

Der Kurs des Euro blieb unter Druck und notierte zuletzt bei 1,1555 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1543 (Freitag: 1,1588) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8663 (0,8630) Euro gekostet. Richtungweisende zehnjährige US-Anleihen legten um 2/32 Punkte auf 99 14/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 2,941 Prozent./la/he

— Von Lutz Alexander, dpa-AFX —