NEW YORK (dpa-AFX) – Die wichtigsten US-Aktienindizes haben am Montag an ihre Rekordserie aus der Vorwoche angeknüpft. Die Wall Street profitiere derzeit von optimistischen Erwartungen der Anleger für die beginnende Unternehmensberichtssaison und die konjunkturelle Entwicklung, sagte ein Marktkenner. Energieaktien erhielten positive Impulse von gestiegenen Ölpreisen.

Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Plus von 0,37 Prozent bei 22 956,96 Punkten und damit nur knapp unter seinem Rekordhoch bei 22 960 Zählern. Ein Großteil des Dow-Gewinns entfiel auf die starken Apple-Papiere, die auch den Technologiesektor nach oben führten.

Der marktbreite S&P 500 und der technologielastige Nasdaq 100 erreichten im frühen Handel ebenfalls Höchststände. Letztlich gewann der S&P 500 0,18 Prozent auf 2557,64 Punkte. Der Nasdaq 100 rückte zur Schlussglocke um 0,36 Prozent auf 6114,53 Punkte vor.

Aus Branchensicht gerieten vor allem Aktien aus dem Gesundheitssektor unter Druck. So verloren die Titel von Allergan 3,5 Prozent, nachdem ein Gericht eine Patentvereinbarung des US-Pharmakonzerns mit einem US-Indianerstamm für ungültig erklärt hatte. Allergan hatte Patente für ein Augenmedikament an den Stamm übertragen und sich gleichzeitig gegen Bezahlung eine exklusive Lizenz gesichert. Aufgrund der im US-Recht verbrieften juristischen Autonomie des Stamms hätten die Patente vorab nicht für ungültig erklärt werden können.

Unter den Einzelwerten standen die Aktien von Apple mit einem Kursgewinn von 1,8 Prozent im Anlegerfokus. Damit erklommen die im Dow besonders schwer gewichteten Titel des iPhone-Herstellers den höchsten Stand seit rund einem Monat. Grund für die Rally war eine positive Analystenstudie. Die Brokerfirma KeyBanc Capital hatte die Apple-Anteilscheine von "Sector Weight" auf "Overweight" hochgestuft.

Nach Börsenschluss wurden die Quartalszahlen von Netflix veröffentlicht. Die Abonnentenzahl hatte sich im dritten Quartal besser entwickelt als vom Markt erwartet worden war. Die Papiere des Videostreaming-Dienstes reagierten nachbörslich mit einem Plus von 3,4 Prozent auf die Kennziffern. Bereits am Freitag waren sie um fast 2 Prozent gestiegen.

Die Aktien von American Express gehörten mit einem Minus von 1 Prozent zu den schwächsten Dow-Werten. Das oberste Bundesgericht wird sich mit dem Streit zwischen der US-Bundesregierung sowie elf Bundesstaaten und dem Kreditkartenanbieter wegen angeblicher Wettbewerbsverstöße befassen. Sie werfen American Express vor, Einzelhändler daran zu hindern, ihren Kunden die Nutzung von Konkurrenz-Kreditkarten mit geringeren Gebühren anzubieten.

Der Elektroauto-Hersteller Tesla hat mitten im schwierigen Produktionsaufbau für seinen ersten günstigeren Wagen Model 3 in großem Stil Mitarbeiter nach der jährlichen Bewertung entlassen. Der Autobauer musste jüngst einräumen, dass die Produktion des Model 3 bei weitem nicht so schnell anläuft wie geplant. Im vergangenen Quartal wurden statt der anvisierten 1500 Fahrzeuge nur 260 gebaut. Tesla-Titel verloren 1,4 Prozent.

Der Eurokurs blieb im US-Handel unter der Marke von 1,18 US-Dollar. Zuletzt wurde die von der Ungewissheit über die weitere Entwicklung im Katalonien-Konflikt geschwächte Gemeinschaftswährung bei 1,1795 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1803 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8472 Euro gekostet. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen sanken um 7/32 Punkte auf 99 18/32 Punkte und rentierten mit 2,30 Prozent./edh/he