NEW YORK (dpa-AFX) – Die US-Börsen haben am sogenannten "Cyber Monday" ihre Rekordjagd fortgesetzt. Nach dem "Black Friday", der vor dem Wochenende traditionell das Weihnachtsgeschäft im stationären Einzelhandel eingeläutet hatte, locken nun an diesem Montag die Internet-Shops ihre Käufer mit Schnäppchenpreisen. Beide Tage gelten als wegweisend für das wichtige Weihnachtsgeschäft in den USA und auch als Indikatoren für die allgemeine Konsumstimmung.

Bereits im frühen Handel stiegen die vier wichtigsten Börsenbarometer der Vereinigten Staaten auf Rekordhöhen. Zuletzt standen sie jeweils nur wenige Zähler darunter. So rückte der Leitindex Dow Jones Industrial um 0,33 Prozent auf 23 635,10 Punkte vor. Der breit gefasste S&P 500 stand 0,12 Prozent höher auf 2605,50 Punkten. Der Nasdaq Composite gewann 0,08 Prozent auf 6894,97 Zähler und der Nasdaq 100 stieg um 0,14 Prozent auf 6417,97 Punkte.

Vom US-Häusermarkt gab es zudem positive Signale. Die Verkäufe neuer Häuser waren im Oktober überraschend und auch deutlich gestiegen. Ansonsten ist der Fokus in dieser Woche laut Analyst Mike van Dulken von Accendo Markets weiter auf den Zinsaussichten in den USA, den von US-Präsident Donald Trump versprochenen Steuersenkungen sowie dem Treffen des Ölkartells OPEC am Donnerstag gerichtet.

Platzhirsch unter den Internet-Händlern ist Amazon , dessen Aktien am "Cyber Monday" erstmals in ihrer Geschichte die Marke von 1200 US-Dollar hinter sich ließen. In der Spitze ging es bis auf 1213,41 Dollar hoch. Zuletzt kosteten die Papiere des Online-Handelsgiganten mit plus 1,9 Prozent nur wenige Dollar weniger.

Einer aktuellen Kundenumfrage der US-Bank Goldman Sachs zufolge setzt sich der Trend zum Online-Shopping ungebrochen fort. Amazon und Wal-Mart seien in diesem Weihnachtsgeschäft die dominierenden Händler, hieß es. Für die Wal-Mart-Anteile ging es um ein gutes halbes Prozent hoch. Die Titel des Online-Auktionshauses Ebay verteuerten sich um 0,7 Prozent.

Unter den Nebenwerten zogen die Aktien des Verlagshauses Time Inc um fast 9 Prozent an. Der US-Verleger Meredith übernimmt das mit Problemen kämpfende Traditionshaus, das vor einigen Jahren vom Medienkonzern Time Warner abgespalten wurde. Geboten werden 18,50 Dollar je Aktie, was die Transaktion inklusive Schulden mit 2,8 Milliarden Dollar bewertet. Meredith-Aktien gewannen 7 Prozent.

Ölwerte gaben hingegen nach. Im Dow sanken Chevron und ExxonMobil jeweils um rund 0,7 Prozent und waren damit die schwächsten Papiere im Leitindex. Die Ölpreise gaben zum Wochenauftakt nach. Marktbeobachter sprachen von einer Gegenbewegung nach einem kräftigen Anstieg in der Vorwoche. Experten erwarten, dass die OPEC am Donnerstag an Produktionskürzungen festhalten wird./ajx/she