NEW YORK (dpa-AFX) – Der wieder eskalierende Zollstreit hat am Montag im Sog der internationalen Märkte auch den New Yorker Börsen zugesetzt. US-Präsident Donald Trump erhöhte wieder den Druck auf China und ließ so eine große Sorge der Anleger wieder hochkochen. Nach etwa einer Handelsstunde verlor der Dow Jones Industrial 0,98 Prozent auf 26 244,16 Punkte. Er entfernte sich so etwas von seinem höchsten Niveau seit Oktober, auf dem er sich zuletzt bewegt hatte.

Trump hatte am Sonntag in einer Twitter-Nachricht mit Hinweis auf von ihm vermisste Fortschritte in den Handelsgesprächen mitgeteilt, dass ab diesem Freitag bereits bestehende Sonderzölle auf Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar von 10 auf 25 Prozent angehoben werden sollen. Laut Marktanalyst Salah Bouhmidi von DailyFX führte die Ungeduld des US-Präsidenten nach dem Erreichen von Jahreshöchstständen zu einer Abkühlung an den Börsen. Anleger steuerten vermehrt sichere Häfen wie Anleihen oder Gold an.

Entsprechend ging es auch für die übrigen New Yorker Indizes bergab: Der breiter aufgestellte S&P 500 fiel um 1,06 Prozent auf 2914,32 Punkte und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 verlor 1,32 Prozent auf 7742,40 Zähler. Im Gegensatz zum Dow hatten diese beiden Indizes zuletzt sogar ein Rekordniveau erreicht.

Vor diesem Hintergrund gab es nur wenige Einzelwerte, die sich diesem Druck entziehen konnten. Dazu gehörten die Aktien von Chevron und Anadarko , die um 1,6 beziehungsweise 3,5 Prozent anzogen. Letztere profitierten davon, dass Occidental Petroleum im Bieterwettkampf um den Ölförderer sein 38 Milliarden Dollar schweres Angebot versüßte – und so die bereits besiegelte Übernahme durch Chevron noch ins Wanken bringt. Gemessen am Kursanstieg scheinen die Anleger von Chevron dies mit Erleichterung zu sehen.

Auf der anderen Seite stand im Dow die Boeing -Aktie mit einem Kursrutsch um 1,8 Prozent. Wie der Flugzeugbauer einräumte, wusste er bereits rund ein Jahr vor dem ersten Absturz einer 737-Max-Maschine von einem Softwareproblem der neuen Modellreihe. Üblicherweise ist Boeing aber auch eine Aktie, die von neuen Entwicklungen im Handelsstreit bewegt wird.

Auch Industrieaktien wie 3M oder United Technologies und vor allem Technologiewerte wie Apple , Intel , Cisco oder IBM versammelten sich vor dem Hintergrund der erneuerten Zollsorgen mit Einbußen zwischen 1 und 2 Prozent unter den weiteren großen Verlierern im Dow.

Analystin Alexandra Walvis von Goldman Sachs erwartet aber vor allem die Textilbranche als besonders stark betroffen von den Ankündigungen Trumps, da sie besonders viel aus China importiere. Namentlich erwähnte die Expertin vor allem das Textilunternehmen Yeti, dessen Aktien um fast 5 Prozent absackten. Im Dow waren Nike mit 3,2 Prozent Minus das Schlusslicht.

Am Markt ein zentrales Thema war außerdem der im Wochenverlauf erwartete Börsengang von Uber , der einer der größten in der bisherigen Finanzgeschichte werden dürfte. Es könnte die am höchste bewertete Börsenpremiere seit der von Alibaba im Jahr 2014 werden. Mit der Erstnotiz wird aber erst am Freitag gerechnet./tih/he