FRANKFURT (dpa-AFX) – Die lahmende Rekordjagd an den US-Börsen hat die Dax-Gewinne am Mittwoch komplett ausradiert. Zum hiesigen Handelsschluss stand der Dax minimale 0,02 Prozent im Plus bei 13 961,87 Punkten. Zwischenzeitlich hatte der deutsche Leitindex um bis zu gut 1 Prozent zugelegt.

Noch schlimmer traf es den TecDax , der im Sog der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq um 1,72 Prozent auf 2518,32 Zähler absackte. Am besten hielt sich der MDax , in dem sich die mittelgroßen deutschen Unternehmen versammeln: Er behauptete ein Plus von 0,48 Prozent auf 26 917,36 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann letztlich 0,18 Prozent auf 3590,06 Punkte. In Paris und London fanden die nationalen Indizes keine gemeinsame Richtung.

Die Anleger schichteten derzeit wieder von den sehr stark gelaufenen Tech-Werten um in Papiere mit mehr Kurspotenzial, sagten Marktbeobachter. Sowohl die Nasdaq-Indizes als auch der TecDax sind seit Jahresbeginn deutlich besser gelaufen als die Standardwerte-Indizes.

Noch am Dienstag hatten die wichtigsten US-Aktienindizes ihren anhaltenden Höhenflug mit neuen Rekordmarken gekrönt. Damit war es zur Wochenmitte erst einmal vorbei: Während der Leitindex Dow Jones Industrial zuletzt ein moderates Plus behauptete und der marktbreite S&P 500 seine Gewinne abgab, sackte der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 um fast 2 Prozent nach unten.

Im Dax hatten die Vorzugsaktien von Volkswagen dank eines positiven Analystenkommentars die Nase vorn: Mit einem Plus von 3,39 Prozent auf 176,70 Euro erreichten sie den höchsten Stand seit August 2015 – den kurz danach erfolgten Kurseinbruch infolge des Diesel-Skandals haben sie damit wettgemacht.

Die Schweizer Bank Credit Suisse zog aus einer Londoner Investorenveranstaltung mit Volkswagen-Betriebsratschef Bernd Osterloh positive Schlüsse für den Autobauer. Osterloh habe klargemacht, dass sich höhere Dividenden und eine Beteiligung der Mitarbeiter am Firmenerfolg in Deutschland nicht ausschließen, schrieb Analyst Daniel Schwarz.

Dagegen zollten der Halbleiterkonzern Infineon und der Softwarehersteller SAP der negativen Stimmung in der Technologiebranche Tribut: Mit Kursverlusten von 4,54 beziehungsweise 1,84 Prozent belegten sie die beiden letzten Dax-Plätze.

Im MDax führte der Außenwerbe-Spezialisten Ströer mit plus 3,60 Prozent die Gewinnerliste an. Bei 65,33 Euro erreichten die Aktien im Handelsverlauf den höchsten Stand der Unternehmensgeschichte. Ihnen half eine Studie der US-Bank JPMorgan, die das Kursziel von 72,60 auf 77,00 Euro anhob und ihre Übergewichtungs-Empfehlung bestätigte.

Bei den Technologietiteln stemmte sich Nordex mit einem Kursanstieg von 6,07 Prozent gegen die negative Branchenstimmung. Die Aktien des Windturbinenherstellers profitierten von einem Auftrag aus den Niederlanden für den Bau von 50 Turbinen.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,17 Prozent am Vortag auf 0,20 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,16 Prozent auf 141,33 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,29 Prozent auf 162,54 Punkte. Der Euro kostete zuletzt 1,1855 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs davor auf 1,1827 (Dienstag: 1,1888) Dollar festgesetzt./gl/she

— Von Gerold Löhle, dpa-AFX —