FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Dax hat am Montag nach einigem Hin und Her gerade so die Marke von 13 000 Punkten verteidigt. Gebremst vom starken Euro gab der Leitindex am Ende um 0,46 Prozent auf 13 000,20 Punkte nach. Im Handelsverlauf hatte er zweimal kurz unter der runden Marke gelegen. In der Spitze war er jedoch auch über 13 100 Punkte gestiegen.

Im Spannungsfeld zwischen einer robusten Wirtschaftsentwicklung und einem davon angetriebenen Euro falle Anlegern derzeit das Abwägen schwer, hieß es am Markt. Die starke Gemeinschaftswährung drückte am Aktienmarkt merklich auf die Bremse, weil sie den Warenexport deutscher Unternehmen erschweren kann. Am Nachmittag hatte der Euro mit 1,1961 US-Dollar seinen höchsten Stand seit September erreicht.

In der zweiten deutschen Börsenreihe erging es dem MDax mit einem Minus von 0,26 Prozent auf 26 632,99 Punkte nur wenig besser. Der Technologiewerte-Index TecDax hingegen fiel noch deutlicher als der Dax um 0,85 Prozent auf 2549,22 Zähler.

Unter den Einzelwerten stachen Aktien aus der Chipbranche negativ hervor. Infineon büßten im Dax 1,84 Prozent ein, während es für den auf die Halbleiterindustrie spezialisierten Anlagenbauer Aixtron im TecDax um etwa 4 Prozent bergab ging. Nach Ansicht der US-Bank Morgan Stanley dürfte der Nachfragezyklus für Speicherchips in Kürze den Höhepunkt erreichen.

Während es für die Titel der Deutschen Bank am Dax-Ende um rund 2 Prozent bergab ging, entwickelten sich jene der Commerzbank mit einem unveränderten Schlusskurs stabil. Sie wurden gestützt von einem Bericht in der Schweizer Zeitung "NZZ am Sonntag", wonach die Schweizer Großbank UBS an Teilen der Commerzbank interessiert sein könnte.

Im TecDax verhalf eine positive Studie den Papieren von SLM Solutions zwischenzeitlich auf ein Rekordhoch bei 47,295 Euro. Am Ende kletterten sie um mehr als 7 Prozent. Analyst Uwe Schupp von der Deutschen Bank hatte sich optimistisch zur Entwicklung der 3D-Druckerbranche geäußert, nachdem zuletzt Übernahmeaktivitäten des Industriekonzerns General Electric für Unsicherheit gesorgt hatten.

Aktien von Pfeiffer Vacuum dagegen gehörten unter den Technologiewerten mit einem Minus von etwa 5 Prozent zu den großen Verlierern. Unter Druck standen sie wegen eines am Nachmittag angekündigten Chefwechsels, der am Markt angesichts eines Machtkampfs mit Großaktionär Busch nicht unerwartet kam. Überrascht zeigte sich Analyst Karsten Iltgen vom Bankhaus Lampe aber von einer hausinternen Nachfolgelösung.

Ansonsten standen aus dem Kleinwerte-Index SDax einige Unternehmen mit Zahlenvorlagen im Blickfeld. Während die Aktien des Autozulieferers Stabilus wegen eines enttäuschenden Umsatzausblick um 2,72 Prozent fielen, entwickelten sich jene des Essenslieferanten Delivery Hero und des Immobilienunternehmens Aroundtown Property mit Aufschlägen von 0,51 Prozent beziehungsweise 0,86 Prozent erfreulicher.

Als Favorit im SDax rückten ElringKlinger um rund 3 Prozent vor. Positiver Kurstreiber war hier, dass der Autozulieferer einen Rahmenvertrag über ein Joint Venture zur Entwicklung, Fertigung und Vertrieb von Batteriemodulen für den weltweiten Automarkt abgeschlossen hatte.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,20 Prozent am Freitag auf 0,19 Prozent. Der Rentenindex Rex legte knapp um 0,03 Prozent auf 141,37 Punkte zu. Der Bund Future rückte um 0,15 Prozent auf 163,13 Punkte vor. Der Euro kam zuletzt etwas vom zuvor erreichten Hoch seit September zurück und stand bei 1,1911 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1952 (Freitag: 1,1877) US-Dollar festgesetzt./tih/she

— Von Timo Hausdorf, dpa-AFX —