FRANKFURT (dpa-AFX) – Ein von Anlegern ersehnter Befreiungsschlag für den deutschen Aktienmarkt lässt auch zu Beginn der neuen Woche auf sich warten. Ein Sprung des Dax über sein jüngstes Hoch knapp über 11 300 Punkte erscheint aktuell unwahrscheinlich. Der Leitindex schwankte kurz nach dem Handelsstart am Montag zwischen moderaten Gewinnen und Verlusten und zeigte sich zuletzt mit 0,17 Prozent im Minus bei 11 162,02 Punkten.

Der MDax , der Index für mittelgroße Unternehmen, sank um 0,06 Prozent auf 23 732,21 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,3 Prozent nach.

"Mit angezogener Bremse" sei der Dax in den neuen Börsenmonat gestartet, sagte Analyst Christian Schmidt von der Helaba und das setze sich fort. Die zuletzt dominierenden Unsicherheiten, insbesondere mit Blick auf den Brexit und die weiterhin fehlende Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China dürften den Index erst einmal in Schach halten.

Unter den Einzelwerten standen erneut die Aktien von Wirecard im Fokus. Sie erholten sich teilweise von ihrem jüngsten Kurseinbruch. Zuletzt stand ein Plus von knapp 14 Prozent zu Buche. Der Zahlungsabwickler hatte am Morgen mitgeteilt, dass die Vorwürfe der "Financial Times" ("FT") zu seinen Geschäften in Singapur unbegründet seien. Eine Prüfung der Vorgänge durch eine beauftragte Anwaltskanzlei stehe kurz vor dem Abschluss. In der vergangenen Woche waren die Papiere infolge der Vorwürfe in der "FT" um rund 35 Prozent eingebrochen.

Die Anteile von Thyssenkrupp gaben am Dax-Ende um knapp 2 Prozent nach. Davon ging nur ein teil auf die Dividendenausschüttung zurück. Börsianer verwiesen auf Sorgen um Warnstreiks im Zuge des Tarifkonflikts mit den Arbeitnehmern.

Schwache Absatzzahlen in den USA belasteten die Aktien des Autobauers VW mit 0,6 Prozent. Der eisige Winter und der teilweise Regierungsstillstand dort hatten für einen Fehlstart ins neue Jahr gesorgt. Die Zahl der abgesetzten Fahrzeuge sank im Januar um fast 7 Prozent.

Zudem weckte unter den kleineren Unternehmen vor allem der auf Arztpraxen und Apotheken spezialisierte Softwarehersteller Compugroup mit einer starken Quartalsbilanz und einem optimistischen Ausblick das Interesse von Anlegern. Die Papiere sprangen im SDax um rund 10 Prozent nach oben.

Stabilus enttäuschte dagegen, was den Aktien einen Kursverlust von rund 2,5 Prozent einbrockte. Der Hersteller von Gasdruckfedern und hydraulischen Dämpfern hatte die Umsatzprognose für sein bis Ende September 2019 laufendes Geschäftsjahr gekappt. Auch die Papiere des Autozulieferers Norma wurden davon in Mitleidenschaft gezogen und büßten im MDax 1,7 Prozent ein. Für den Großküchenausrüster Rational ging es nach überraschungslosen Geschäftsjahreszahlen um rund 1 Prozent abwärts./ck/mis