FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Dax ist am Freitag zunächst nur wenig von der Stelle gekommen. Damit hielt die jüngste Lethargie des deutschen Leitindex nach der vorangegangenen Erholungsrally an. Von den Börsen aus Übersee kamen einmal mehr keine klaren Impulse. Im Fokus der Anleger stand hierzulande erneut eine Reihe von Unternehmenszahlen, die bei den Adidas-Aktien prompt für ein Rekordhoch sorgten. Zudem warteten die Anleger auf den US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag.

Eine Stunde nach Handelsbeginn notierte der Dax 0,10 Prozent höher bei 12 357,64 Punkten. Damit zeichnet sich aus Wochensicht ein moderates Plus ab. Der MDax der mittelgroßen Werte gewann am Freitagvormittag 0,15 Prozent auf 25 920,97 Punkte. Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stand ein Plus von 0,22 Prozent auf 3496,49 Punkte zu Buche.

An der Wall Street hatte der Dow Jones Industrial am Donnerstag den zweiten Tag in Folge nachgegeben. Dagegen ging es in Hongkong bergauf. Am japanischen Aktienmarkt sowie an den chinesischen Festlandsbörsen fand weiterhin kein Handel statt.

Mit Blick auf den anstehenden US-Arbeitsmarktbericht sagte Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners, "alles andere als eine weitere deutliche Zunahme der Beschäftigung wäre eine herbe Enttäuschung". Der Fokus dürfte allerdings auf den Löhnen und Gehältern liegen. Hier könnte ein Anstieg Sorgen um die Inflation schüren und mithin die US-Notenbank Fed zum Handeln zwingen. Zinserhöhungen würden im Fall eines beschleunigten Lohnanstiegs wieder wahrscheinlicher.

Bei Adidas konnten sich die Anleger nach Zahlen für das erste Quartal über ein Rekordhoch freuen. Zuletzt führten die Aktien des Sportartikelherstellers mit einem Plus von knapp siebeneinhalb Prozent die Gewinnerliste im Dax unangefochten an. Wie schon vorab angekündigt berichtete der Konzern für den Jahresauftakt eine Abschwächung des Umsatzwachstums – schuld waren Produktionsengpässe. Die Profitabilität konnte Adidas dagegen deutlich steigern und übertraf die Markterwartungen.

Im Kielwasser der Adidas-Aktie und dank einer Empfehlung der Privatbank Hauck & Aufhäuser gehörten Papiere des Modekonzerns Hugo Boss mit gut drei Prozent Plus zu den MDax-Favoriten.

Als zweites Dax-Unternehmen neben Adidas legte am Freitag der Chemiekonzern BASF Zahlen vor. Dessen Aktien rangierten mit einem knappen Minus im Dax-Mittelfeld. Die Flaute am Automarkt sowie der Zollstreit zwischen den USA und China drückten erneut kräftig auf den Konzerngewinn. Doch während die Segmente mit Basischemikalien und Kunststoffen deutlich schlechter liefen, verzeichnete das Unternehmen kräftige Zuwächse im Agrarchemiegeschäft dank eines Milliarden-Zukaufs von Bayer im vergangenen Jahr.

Für die zuletzt schwächelnden Siltronic-Titel ging es im MDax um gut fünf Prozent hoch. Der Hersteller von Halbleiter-Wafern bestätigte nach einem erwartungsgemäß schwachen ersten Quartal seine Mitte April gesenkten Jahresziele. Dagegen zählte der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub mit einem Minus von über drei Prozent zu den größten Verlierern. Börsianer zeigten sich enttäuscht vom operativen Ergebnisrückgang und einem Einbruch beim freien Barmittelzufluss.

Im Nebenwerte-Index SDax erfreute Xing mit einem Kursplus von anderthalb Prozent sowie einem Rekordhoch. Das Online-Karrierenetzwerk profitierte zu Jahresbeginn weiter stark von der Suche der Unternehmen nach Fachkräften. Ein Händler lobte insbesondere die besser als erwartete Profitabilität. Beim Gewerbeimmobilienkonzern Dic Asset honorierten die Anleger die Zahlen mit einem Kursanstieg von knapp zwei Prozent./gl/mis