FRANKFURT (dpa-AFX) – Nach dem Anstieg des Dax auf den höchsten Stand seit drei Monaten am Vortag haben die Kurse am Freitag im frühen Handel nochmals leicht zugelegt. Der Dax kletterte um weitere 0,2 Prozent auf 12 729,56 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit Ende Juni. Damit hielt er sich zudem über der tags zuvor wieder geknackten Marke von 12 700 Punkten. Etwas Rückenwind kommt von den asiatischen Börsen, die überwiegend zulegen konnten. Der zum Vortag stabile Euro gab dagegen kaum Impulse für die Aktienmärkte.

Der Dax steht vor einem erfolgreichen Monats- und Quartalsabschluss. Auf dem aktuellen Niveau liegt der Monatsgewinn bei etwas mehr als fünf Prozent – auf das Quartal gesehen sind es rund drei Prozent. Zudem ist das Rekordhoch von 12 951,54 Punkte vom Juni wieder in Reichweite gerückt. Gerade das Quartalsende könnte aber für Bewegung sorgen: "Häufig kommt es in der Nähe derartiger Tage zu auffälligen Kursbewegungen", schrieb der Analyst Christian Schmidt von der Helaba.

CREDIT SUISSE: DEUTSCHE AKTIEN ÜBERGEWICHTEN

Unterdessen rät die Schweizer Großbank Credit Suisse den Anlegern, deutsche Aktien im Portfolio weiterhin überzugewichten. Der Euro dürfte weiter nachgeben und der deutsche Aktienmarkt davon am meisten profitieren, hieß es zur Begründung. Auch laufe die Konjunktur in Deutschland noch immer besser als in anderen europäischen Ländern.

Der MDax , in dem die Aktien mittelgroßer Konzerne vertreten sind, legte um 0,1" Prozent auf 25 849,23 Punkte zu und stieg auf ein neues Rekordhoch. Der Technologiewerte-Index TecDax legte um 0,2 Prozent auf 2424,97 Zähler zu, den höchsten Stand seit fast 17 Jahren. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 handelte 0,01 Prozent niedriger auf 3563,24 Punkte.

VW UNTER DRUCK – DIESELGATE WIRD TEURER

Am Nachmittag könnten Konjunkturdaten aus den USA vor dem Wochenende noch einmal für Bewegung sorgen. Veröffentlicht werden die Ergebnisse einer Umfrage unter Einkäufern der Region Chicago im September und die Ergebnisse einer Verbraucherumfrage der Universität Michigan.

Unternehmensseitig rückten VW in den Blick. Die Wolfsburger müssen für die Abgasaffäre in den USA weitere Milliardenkosten verbuchen. Im dritten Quartal wird das operative Ergebnis mit rund 2,5 Milliarden Euro belastet. Hintergrund ist eine erhöhte Vorsorge für das Rückruf- und Nachrüstprogramm in Nordamerika. Die VW-Aktie sackte um mehr als 3 Prozent ab an das Dax-Ende.

MERCK KGAA NACH INVESTORENTAG ERNEUT SCHWACH

Bei den Aktien der Merck KGaA weiteten sich die Verluste vom Vortag um 1,5 Prozent aus. Am Donnerstag hatte der Pharma- und Chemiekonzern Investoren zu einem Treffen geladen. Der Analyst Daniel Wendorff von der Commerzbank verwies auf negative Aussagen des Managements unter anderen zum Pharmageschäft.

Die Papiere des Anlagenbauers Krones verloren nach dem Rekordhoch vom Donnerstag 4,07 Prozent, belastet von einer Abstufung von "Buy" auf "Hold" durch die britische Bank HSBC . Aktien von Evonik legten um 1,1 Prozent zu, nachdem die Barclays Bank die Bewertung der Papiere des Chemiekonzerns mit "Overweight" aufgenommen hatte./bek/stb