FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Dax steuert auf einen schwachen Wochenausklang zu. Der deutsche Leitindex verlor am Freitag in der ersten Handelsstunde 0,59 Prozent auf 11 458,98 Punkte. Auf Wochensicht droht ihm ein Verlust in ähnlicher Größenordnung, nachdem schon am Donnerstag die vorherige Freude über den Ausgang der US-Kongresswahlen verpufft war.

"Die Börsen gehen jetzt erst mal in den Abwarte-Modus über", sagte Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. Ob nach den Gewinnen in der vergangenen Woche "noch mehr kommt, bleibt abzuwarten". Christian Schmidt von der Landesbank Helaba verwies auf "wenig inspirierende" Vorgaben aus Übersee.

Der MDax, in dem sich die mittelgroßen Unternehmen versammeln, sank am Freitagvormittag um 0,87 Prozent auf 24 121,84 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,65 Prozent auf 3216,54 Zähler nach unten.

Der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am Vortag nach dem europäischen Börsenschluss hatte keine Überraschungen geboten: Die Währungshüter halten trotz der heftigen Kritik von US-Präsident Donald Trump an ihrem generellen geldpolitischen Straffungskurs fest, drehten dieses Mal aber noch nicht an der Zinsschraube. Am Markt war dies aber auch so erwartet worden. Entsprechend hatte auch der US-Leitindex Dow Jones Industrial kaum auf den Zinsentscheid reagiert und fast unverändert geschlossen. Derweil litten die Aktienkurse in Asien unter durchwachsenen Konjunkturdaten aus China.

Auf Unternehmensseite klingt die von der Berichtssaison geprägte Woche mit Zahlen unter anderem vom Versicherungskonzern Allianz aus. Hinzu kommen pessimistische Aussagen von Thyssenkrupp zur Ergebnisentwicklung.

Dass der Industriekonzern wegen Risiken aus einem Kartellverfahren seine Gewinnziele für das Geschäftsjahr 2017/18 senkte, ließ die Aktien um über acht Prozent absacken – damit waren sie abgeschlagenes Schlusslicht im Dax und notierten so niedrig wie zuletzt im Juli 2016. Am Markt wurde betont, dass es sich nicht um die erste Gewinnwarnung von Thyssenkrupp in diesem Jahr handelt.

Dagegen berichtete die Allianz für das dritte Quartal dank geringerer Katastrophenschäden einen überraschend deutlichen Gewinnsprung. Die Münchner hätten die Erwartungen überzeugend übertroffen, schrieb Analyst Michael Huttner von der US-Bank JPMorgan in einer ersten Reaktion. Die Aktien zählten mit mehr als einem halben Prozent Plus zu den besten Dax-Werten.

Geschäftsberichte aus der Immobilienbranche wurden am Markt unterschiedlich aufgenommen. Bei LEG stand nach den laut einem Händler insgesamt erwartungsgemäßen Quartalszahlen ein knappes Minus zu Buche. Derweil war Konkurrent TLG mit einem Kursanstieg von fast zwei Prozent einer der Favoriten im Kleinwerteindex SDax . Bei der wichtigen operativen Kennziffer FFO habe TLG in den ersten neun Monaten des Jahres das obere Ende der Zielspanne erreicht, hieß es aus dem Markt.

Der Klinikbetreiber Rhön-Klinikum berichtete für den Zeitraum Januar bis September eine Umsatz- und Gewinnsteigerung. Die Aktien stiegen um fast zweieinhalb Prozent und damit an die SDax-Spitze.

Beim IT-Dienstleister S&T sorgte das angehobene operative Ergebnisziel (Ebitda) nur kurz für Freude: Nach anfangs deutlichen Gewinnen rutschten die Papiere ins Minus und verloren zuletzt knapp dreieinhalb Prozent./gl/mis