FRANKFURT (dpa-AFX) – Trotz leicht negativer Vorgaben der Überseebörsen und des weiter starken Euro-Kurses ist der Dax am Montag ins Plus gedreht. Nach dem Erholungsversuch in der vergangenen Woche legte der Leitindex im frühen Handel nun um weitere 0,24 Prozent auf 13 090,88 Punkte zu.

Die Anleger "warten auf neue Impulse", kommentierte Analyst Christian Schmidt von der Helaba. Seines Erachtens ist der Dax jedoch inzwischen angeschlagen und damit eher anfällig für weitere Abwärtsbewegungen. Dazu könnte auch der Kurs des Euro beitragen. Er hatte sich nach erneut starken Wirtschaftsdaten aus Europa seit Freitag stabil über 1,1900 US-Dollar eingependelt. Zuletzt wurde er zu 1,1944 Dollar gehandelt, was der Stimmung für Aktien exportorientierter deutscher Unternehmen eher abträglich ist.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen, der MDax stieg um 0,12 Prozent auf 26 736,79 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,06 Prozent auf 2569,57 Zähler. In Asien wurden leichte Verluste verbucht, während die meisten Börsen Europas in positives Terrain umschwenkten: Der EuroStoxx 50 , Leitindex der Eurozone, gewann zuletzt 0,22 Prozent auf 3589,19 Punkte.

Unter den Einzelwerten stachen die Aktien aus der Chipbranche wie Infineon , Dialog Semiconductor oder Aixtron mit Kursverlusten zwischen 1 und 5 Prozent hervor. Nach Ansicht der US-Bank Morgan Stanley dürfte der Nachfragezyklus für Speicherchips in Kürze seinen Höhepunkt erreichen. Entsprechend rechnen die Experten der Bank mit Risiken für das Gewinnwachstum der Branche.

Die Papiere der Commerzbank hingegen stiegen um 0,4 Prozent. Sie profitierten von einem Bericht in der Schweizer Zeitung "NZZ am Sonntag". Diese hatte aus informierten Kreisen berichtet, dass die Schweizer Bank UBS an Teilen des deutschen Geldinstituts interessiert sei.

Dax-Favorit waren die Anteile der Lufthansa mit einem Plus von 1 Prozent. Deutschlands größte Fluggesellschaft wehrt sich nach dem Aus des Konkurrenten Air Berlin gegen Vorwürfe der Preistreiberei. "Was kolportiert wird über angebliche Preissteigerungen, ist nachweisbar nicht zutreffend", sagte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister der Zeitung "Welt am Sonntag".

Im SDax büßten die Aktien des Autozulieferers Stabilius etwas mehr als 2 Prozent ein. Die Anleger machten nach der Vorlage von weitgehend wie erwartet ausgefallenen vorläufigen Geschäftszahlen für 2016/17 Kasse. Der Umsatzausblick für das neue Geschäftsjahr schlage wohl auf die Stimmung, sagte ein Händler. Die Papiere waren erst im Oktober auf ein Rekordhoch geklettert.

Die Anteile des Essenslieferanten Delivery Hero fanden nach vorgelegten Umsatzzahlen und einem bestätigtem Jahresausblick keine klare Richtung, sondern pendelten zwischen moderaten Gewinnen und Verlusten.

Die auf Gewerbeimmobilien spezailisierte Aroundtown Property dagegen profitierte von steigenden Mieten in deutschen Großstädten und verdiente auch dank ihres kräftig gewachsenen Portfolios deutlich mehr. Die Aktien legten im SDax zuletzt um 0,79 Prozent zu./ck/das