FRANKFURT (dpa-AFX) – Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag mit Kursaufschlägen in einen weiteren von der Berichtssaison geprägten Handelstag gestartet. Aus dem Dax stehen die Commerzbank , die Deutsche Post sowie Beiersdorf mit Quartalszahlen im Blick. Dazu kommen zahlreiche Geschäftsberichte aus der zweiten und dritten Reihe.

In der ersten Handelsstunde legte der deutsche Leitindex um 0,74 Prozent auf 12 690,82 Punkte zu. Er testet damit wieder die Marke von 12 700 Punkten, die er am Vortag kurzzeitig übersprungen hatte. Unterstützung kommt von den Börsen in Asien und den USA, wo es Gewinne gab.

"Trotz zahlreicher politischer Baustellen agieren die Anleger wieder optimistischer", kommentierte Thomas Altmann, Portfoliomanager bei QC Partners, am Morgen die Lage. "Die wieder in Kraft tretenden Iran-Sanktionen der USA vermiesen nicht die Laune." Die Investoren konzentrierten sich mehr auf das Positive als auf das Negative.

Wichtige Widerstände habe der Dax auf Schlusskursbasis allerdings noch nicht überwunden, bemerkten die Charttechnik-Experten der Helaba. Dies zeige, dass dem Index die Kraft für einen nachhaltigen Ausbruch nach oben fehle. Je länger der ausbleibe, desto wahrscheinlicher werde ein erneuter Rückschlag.

Für den MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es am Dienstagmorgen um 0,15 Prozent auf 26 933,46 Punkte hoch. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,33 Prozent auf 2948,25 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,52 Prozent auf 3501,42 Punkte zu.

Konjunkturseitig standen Daten zur Industrieproduktion in Deutschland auf der Agenda, die schwächer ausfielen als gedacht. Am Vortag hatte bereits der Auftragseingang der deutschen Industrie für Juni enttäuscht. Experten fürchten, dass künftige Daten zur Wirtschaftsentwicklung immer stärker die negativen Auswirkungen des internationalen Handelsstreits aufzeigen werden.

Vorbörslich noch sehr fest, rutschten die Papiere der Commerzbank im Xetra-Handel zuletzt mit einem Minus von fast 2 Prozent ans Dax-Ende. Das teilverstaatlichte Institut übertraf beim Überschuss zwar die Erwartungen am Markt, Händler bemängelten jedoch die Gewinnqualität und den vorsichtigen Ausblick.

Eine höhere Umsatzprognose von Beiersdorf half den Aktien des Konsumgüterherstellers nichts. Die Anteile verloren gleich hinter der Commerzbank knapp 1 Prozent. Allerdings waren sie am Vortag auf 102 Euro gestiegen und hatten damit exakt ihr Rekordhoch aus dem Dezember 2017 erreicht. Händler begründeten die aktuellen Verluste daher mit Gewinnmitnahmen.

Ganz vorne im Dax waren Autowerte. Daimler und Volkswagen gewannen jeweils um die eineinhalb Prozent dazu.

Die Papiere der Post gewannen ein halbes Prozent. Die Kostenexplosion im heimischen Brief- und Paketgeschäft brockte dem Logistiker zwar wie erwartet einen Gewinneinbruch ein, jedoch bestätigte der Konzern die zuvor für 2018 gesenkte Prognose sowie die Ziele für 2020. Im Expressgeschäft setze sich die Stärke fort und die Trendwende im Frachtbereich nehme Fahrt auf, schrieben die Analysten von Bernstein Research.

Auffällig schwach präsentierten sich im MDax die Papiere von Zalando mit einem Abschlag von mehr als 7 Prozent. Händler bemängelten den Ausblick des Online-Modehändlers. Top-Wert im MDax waren dagegen Schaeffler mit einem Plus von mehr als 6 Prozent. Die Ergebnisse des Autozulieferers für das zweite Quartal seien "klar positiv", schrieb Analyst Florian Treisch von Mainfirst in einer ersten Einschätzung.

Im TecDax eroberten Medigene die Spitze mit plus 4,4 Prozent. Das Biotechunternehmen hatte dank geringerer Kosten im zweiten Jahresviertel seinen Verlust reduziert./ajx/fba