PARIS/LONDON (dpa-AFX) – Die Ungewissheit im Handelsstreit zwischen den USA und China hat die Anleger am Donnerstag überwiegend in der Defensive gehalten. Klar geworden war, dass die jüngsten Gespräche unter den beiden Streitparteien zwar Fortschritte erkennen lassen, aber nach wie vor große Differenzen zu überwinden sind. Zwar waren keine konkreten Lösungen erwartet worden, allerdings hatten die Börsen in den vergangenen Tagen eine zumindest zeitnahe Einigung eingepreist. Diese scheint nun nicht viel wahrscheinlicher geworden zu sein.

Der EuroStoxx 50 schloss mit einem Plus von 0,18 Prozent bei 3075,73 Punkten. Der Londoner FTSE 100 gewann 0,52 Prozent auf 6942,87 Zähler. Der französische Cac-40 verlor hingegen 0,16 Prozent auf 4805,66 Punkte.

Im Branchenüberblick waren Versorger- und Versicherer-Aktien mit Gewinnen von 1,2 Prozent beziehungsweise 1,0 Prozent am stärksten gefragt. Ganz unten im Sektortableau waren hingegen Automobil- und Technologiewerte mit Verlusten von 0,3 Prozent beziehungsweise 0,5 Prozent zu finden. Im Autosektor belastete eine skeptische Studie der UBS-Analysten vor allem die Zulieferwerte – mit Faurecia als Branchenschlusslicht. Eine Verkaufsempfehlung zog hier einen Kursabschlag von 5,7 Prozent nach sich.

Die Papiere von Air France-KLM gerieten in Mitleidenschaft des 9-prozentigen Kurseinbruchs bei den Titeln von American Airlines und verloren 3,8 Prozent. Zuvor hatte die US-Fluggesellschaft eine Umsatzwarnung für das vierte Quartal herausgegeben.

Der britische Einzelhandelskonzern Tesco überzeugte die Anleger Anleger mit unerwartet guten Umsätzen im vergangenen Quartal. Für die Aktie ging es um 2,2 Prozent nach oben. Nachdem es zuletzt in der Branche einige Hiobsbotschaften gegeben hatte, bezeichnete Analyst Borja Olcese von JPMorgan die Supermarktkette als Gewinner des britischen Weihnachtsgeschäfts.

Für den Autoteile- und Werkzeughändler Halfords sind die Festtage hingegen weniger gut verlaufen. Nach einem Umsatzrückgang im dritten Quartal verschreckte das Unternehmen seine Anleger mit einer Gewinnwarnung, woraufhin die Papiere um 22 Prozent einbrachen.

Kering litten unter einem weiteren Analystenkommentar der UBS und fielen um 3,5 Prozent. Gucci war bisher der Hauptgrund für die Kaufempfehlung, die Analystin Helen Brand nun aufgab. Bei der Kernmarke des Luxusgüterkonzerns sieht sie in einem verlangsamten Sektorumfeld nun mehr Risiken.

Sodexo erging es in der Spitzengruppe des Cac 40 deutlich besser: Börsianer sehen den Cateringkonzern nach einem soliden ersten Quartal auf gutem Weg für die Jahresziele. Die Aktien rückten um 2,5 Prozent vor./edh/he