PEKING (dpa-AFX) – Während der Handelsstreit zwischen Peking und Washington zu eskalieren droht, ist das Defizit der USA im Handel mit China erneut gestiegen. Wie die chinesische Zollverwaltung am Freitag in Peking mitteilte, wuchs das Handelsdefizit der USA im ersten Quartal im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres um rund 19,4 Prozent auf 58,2 Milliarden US-Dollar (47,3 Milliarden Euro).

Mit einer zunehmend protektionistischen Handelspolitik will US-Präsident Donald Trump eigentlich erreichen, dass die Handelsbilanz ausgeglichener ausfällt. Zuletzt hatte Trump Strafzölle im Umfang von bis zu 150 Milliarden Dollar gegen die Volksrepublik angekündigt. China kündigte die Umsetzung von Vergeltungszöllen an, sollte Washington seine Drohungen wahr machen. Der seit Wochen schwelende Streit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften hat Ängste vor einem Handelskrieg ausgelöst.

Chinas Ausfuhren in die USA legten im ersten Quartal um 14,8 Prozent auf 99,9 Milliarden Dollar zu, wie der Zoll mitteilte. Die Einfuhren legten demnach um 8,9 Prozent auf 41,67 Milliarden Dollar zu.

Im März musste die chinesische Exportwirtschaft allerdings bei den Geschäften mit allen Handelspartnern einen Dämpfer einstecken. Nach Angaben der Zollbehörde sind die Exporte insgesamt auf Dollar-Basis im Jahresvergleich um 2,7 Prozent gesunken. Analysten wurden von der Entwicklung überrascht. Sie waren von einem Anstieg um 11,8 Prozent ausgegangen.

Auf Basis der chinesischen Landeswährung Yuan (Renminbi) meldete die Zollbehörde sogar einen Einbruch der gesamten Ausfuhren im März um 9,8 Prozent. Hier hatten Experten einen Zuwachs um 8,0 Prozent im Jahresvergleich erwartet. Im März wurde in der chinesischen Handelsbilanz ein Defizit von knapp fünf Milliarden US-Dollar verzeichnet. Auf Dollar-Basis war dies der erste Fehlbetrag in der Handelsbilanz seit Februar 2017.

In China zeigten sich Verantwortliche besorgt über die jüngste Entwicklung im Handelsstreit zwischen den USA und China. "Wir hoffen, dass China und die USA den Konflikt mit Weisheit und Respekt und auf eine konstruktive Art und Weise lösen können", sagte ein Sprecher der chinesischen Zollbehörde. "Wir hoffen, dass die Handelsbeziehungen wieder den Weg zurück zu einer stabilen und gesunden Entwicklung finden"./jpt/jkr/tos/das