LONDON (dpa-AFX) – In der Eurozone hat sich die Stimmung im Dienstleistungssektor merklich eingetrübt. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex fiel im März um 1,3 Punkte auf 54,9 Punkte, wie das britische Forschungsinstitut IHS Markit am Donnerstag in einer zweiten Schätzung in London mitteilte. In einer ersten Schätzung war ein Rückgang auf 55,0 Punkte ermittelt worden.

Der Wert befindet sich aber weiter auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Er liegt merklich über der sogenannten Expansionsschwelle von 50 Punkten. Werte oberhalb der Marke deuten auf Wachstum hin. Noch im Januar hatte der Indikator mit 58,8 Punkten den höchsten Stand seit fast 10 1/2 Jahren erreicht.

"Die Zahlen sinken von einem hohen Niveau aus und liegen weiterhin im Expansionsbereich", kommentierte Patrick Boldt, Volkswirt bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). "Das Wachstumsszenario steht somit nicht in Frage, wobei eine zunehmende Dynamik unserer Einschätzung nach nicht erwartet werden sollte."

Besonders deutlich und stärker als erwartet trübte sich der Wert für Italien ein. In Spanien sank der Wert nicht ganz so stark wie prognostiziert. In beiden Ländern wird keine Erstschätzung durchgeführt.

Der Gesamtindikator für die Unternehmen der Eurozone fiel im März um 1,9 Punkte auf 55,2 Zähler. Dies ist der schwächste Wert seit Januar 2017. Auch im Industriesektor hatte sich der Wert im März merklich verschlechtert. Die zweite Schätzung zu den Industriedaten wurde bereits am Dienstag veröffentlicht.

"Das Wachstum in der Eurozone hat sich im März abgeschwächt, bleibt aber gut unterstützt", kommentierte Chris Williamson, Chefvolkswirt bei IHS Markit. Die März-Daten deuteten jedoch immer noch auf ein Quartalswachstum von 0,6 Prozent hin. Möglicherweise habe auch das schlechte Wetter den Indikator im März belastet. Daher seien die Zahlen im April besonders wichtig, schrieb Williamson.

^Region/Index März Prognose Erstschätzung Vormonat

EURORAUM
Gesamt 55,2 55,3 55,3 57,1
Verarb. Gew. 56,6 56,6 56,6 58,6
Dienste 54,9 55,0 55,0 56,2

DEUTSCHLAND
Verarb. Gew. 58,2 58,4 58,4 60,6
Dienste 53,9 54,2 54,2 55,3

FRANKREICH
Verarb. Gew. 53,7 53,6 53,6 55,9
Dienste 56,9 56,8 56,8 57,4

Italien
Verarb. Gew. 55,1 55,5 — 56,8
Dienste 52,6 53,9 — 55,0

Spanien
Verarb. Gew. 54,8 54,7 — 56,0
Dienste 56,2 56,1 — 57,3°