WIESBADEN (dpa-AFX) – Die deutsche Exportwirtschaft bleibt eine wichtige Stütze für den robusten Aufschwung. Im August habe es bei den Ausfuhren einen Anstieg im Monatsvergleich um 3,1 Prozent gegeben, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Damit erreichte die Exportwirtschaft das stärkste Wachstum seit einem Jahr. Experten gehen davon aus, dass die deutschen Ausfuhren 2017 trotz eines vergleichsweise starken Euro auf das beste Jahr seit langem zusteuern.

Die starken Exportdaten für August kamen für Volkswirte überraschend. Sie waren zwar von einem Anstieg der Exporte ausgegangen, hatten aber ein deutlich schwächeres Wachstum von nur 1,1 Prozent im Monatsvergleich prognostiziert.

Einen unerwartet starken Anstieg gab es auch bei den Importen. Hier meldete das Bundesamt für August einen Zuwachs um 1,2 Prozent im Monatsvergleich, während Experten nur einen Anstieg um 0,5 Prozent erwartet hatten. Sowohl die Importe als auch die Exporte konnten damit an die Zuwächse im Vormonat Juli anknüpfen.

Im Jahresvergleich fielen die Zuwächse im August ebenfalls deutlich aus. Die Exporte stiegen in dieser Abgrenzung um 7,2 Prozent, die Importe legten um 8,5 Prozent zu. Besonders gut entwickelte sich der Handel mit Ländern aus der Eurozone. Die Zuwachsrate mit diesen Ländern war sowohl auf der Export- als auch auf der Importseite zweistellig.

Mit den vergleichsweise starken Exporten vergrößerte sich auch der Überschuss in der deutschen Handelsbilanz. Im August lag er laut Bundesamt bei 20 Milliarden Euro, nach revidiert 19,3 (zuvor 19,5) Milliarden im Juli. Deutschland steht seit geraumer Zeit wegen der Überschüsse in der Handelsbilanz in der Kritik. Vor allem US-Präsident Donald Trump hatte dies zuletzt mehrfach als das Ergebnis unfairer Handelspraktiken dargestellt.

Nach Einschätzung von Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING-Diba-Bank, befindet sich die deutsche Volkswirtschaft generell in einer ungewöhnlich guten Verfassung. Sie profitiere derzeit von einer starken Binnennachfrage und gleichzeitig auch von einer dynamischen Exportwirtschaft. Nach Einschätzung von Brzeski steuert die deutsche Exportwirtschaft 2017 sogar auf das beste Jahr seit 2010 zu.

Allerdings erkannte Experte Brzeski auch Risiken für die weitere Entwicklung. Hierzu zählte er unter anderem die Gefahr einer konjunkturellen Abkühlung in den USA und in Großbritannien, die beide zu den wichtigsten deutschen Handelspartnern zählen./jkr/bgf/jha/