MEXIKO-STADT (dpa-AFX) – Trotz der Kritik aus Washington wollen Kanada und Mexiko das Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (Nafta) mit den USA verteidigen. "Unsere Volkswirtschaften sind eng miteinander verbunden. Wir haben eine gemeinsame Vision von einer besseren Zukunft für alle", sagte der kanadische Premiermister Justin Trudeau am Freitag im Senat in Mexiko-Stadt.

Nafta ist das größte Freihandelsabkommen der Welt. Der Binnenmarkt von USA, Kanada und Mexiko umfasst 460 Millionen Menschen und verfügt über eine gemeinsame Wirtschaftsleistung von umgerechnet rund 16,8 Billionen Euro. Der trilaterale Handel hat sich seit Inkrafttreten des Abkommens auf rund 930 Milliarden Euro vervierfacht.

Der Vertrag muss auf Druck der USA nachverhandelt werden, weil Präsident Trump sein Land benachteiligt sieht. Ihm sind vor allem das hohe Handelsdefizit gegenüber Mexiko und in Mexiko produzierende US-Unternehmen ein Dorn im Auge.

Dagegen sagte Trudeau, der freie Handel in Nordamerika in den vergangenen 20 Jahren habe allen genutzt. "Nafta hat zu der Schaffung Tausender Arbeitsplätze beigetragen und wir wollen Wege finden, das Abkommen zu modernisieren", sagte der Premier am Donnerstag nach einem Treffen mit Mexikos Präsidenten Enrique Peña Nieto.

Am Mittwoch hatte die vierte Runde der Neuverhandlung des Vertrags in Washington begonnen. Während sich die Unterhändler in einigen Bereichen offenbar schon näher gekommen sind, kommen nun die kontroverseren Themen wie Arbeitsrecht und Löhne auf den Tisch.

US-Präsident Donald Trump hatte bei einem Treffen mit Trudeau gesagt, sollte es nicht gelingen, Nafta zu modernisieren, werde er das Abkommen aufkündigen und bilaterale Handelsverträge schließen. "Die Haltung von Mexiko ist ganz klar. Das Abkommen sollte aktualisiert werden, um ein Werkzeug zu werden, das der Entwicklung nützt", sagte Peña Nieto.

Laut Medienberichten will die US-Regierung den verpflichtenden Anteil von in den Vereinigten Staaten gefertigten Fahrzeugteilen erhöhen und eine Klausel einführen, nach der Nafta in fünf Jahren ausläuft, wenn bis dann keine Einigung über eine Modernisierung des Vertrags erzielt wurde. Kanada und Mexiko sind dagegen.

"Die Vorschläge liegen jetzt auf dem Tisch. Wir wussten, dass es schwierig werden würde, aber es könnte schlimmer sein", sagte der mexikanische Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo am Freitag im Fernsehsender Televisa. Sein kanadischer Kollege François-Philippe Champagne sagte: "Für uns hat es Priorität, das Abkommen zu schützen."/cap/DP/nas