FRANKFURT (dpa-AFX) – Der Industriesektor in der Eurozone zeigt nach einer langen Durststrecke Anzeichen der Besserung. Darauf deuten nationale Produktionsdaten für November aus den vier größten Euroländern hin. Nachdem am Donnerstag aus Deutschland ein Produktionsanstieg gemeldet worden war, folgten am Freitag die Länder Frankreich, Italien und Spanien mit Zuwächsen. Daten für den gesamten Euroraum veröffentlicht die Statistikbehörde Eurostat am kommenden Mittwoch.

Frankreich, die zweitgrößte Volkswirtschaft in der Eurozone, konnte die Gesamtproduktion im November nur aufgrund eines höheren Energieausstoßes steigern. Nach Angaben des Statistikamts Insee vom Freitag lag die Gesamtproduktion 0,3 Prozent höher als im Vormonat und 1,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Herstellung industrieller Waren im verarbeitenden Gewerbe war dagegen leicht rückläufig. Gegenüber dem Vormonat fiel sie um 0,1 Prozent.

Etwas ausgewogener fiel die Entwicklung in der drittgrößten Euro-Wirtschaft Italien aus. Der Gesamtausstoß stieg nach Angaben des Statistikamts Istat um 0,1 Prozent zum Vormonat. Die Warenherstellung im verarbeitenden Gewerbe stieg um 0,4 Prozent. Noch deutlicher wuchs die Förderung im Bergbau. Die Versorger schränkten ihren Energieausstoß hingegen ein.

Das Bild in Spanien glich der Entwicklung in Frankreich, weil auch dort die Energieproduktion deutlich wuchs. Allerdings legte darüber hinaus die Herstellung von Kapitalgütern deutlich zu. Die Gesamtproduktion wuchs nach Angaben des Statistikamts INE gegenüber dem Vormonat um 1,0 Prozent und damit deutlich stärker als von Analysten erwartet.

Für Deutschland hatte das Statistische Bundesamt am Donnerstag einen Produktionszuwachs von 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat gemeldet. Insgesamt zeichnen die Daten ein freundlicheres Bild. Von einer Trendwende wollen Bankanalysten aber noch nicht sprechen. Zu stark sind die vielseitigen Verwerfungen, denen die Industrieunternehmen seit etwa eineinhalb Jahren ausgesetzt sind. Als wichtigste Belastungen gelten die allgemeine Wachstumsschwäche der Weltwirtschaft und die zahlreichen Handelsstreitigkeiten zwischen großen Volkswirtschaften./bgf/jkr/mis