ATHEN (dpa-AFX) – Aus Protest gegen geplante Einschränkungen des Streikrechts haben am Dienstag griechische Staatsbedienstete für drei Stunden die Arbeit niedergelegt. Hunderte Beamte gingen auf die Straßen und protestierten. "Hände weg vom Streikrecht", skandierten die Demonstranten, wie griechische Medien berichteten. Auch die kommunistische Gewerkschaft PAME ging in Athen auf die Straße und protestierte gegen die geplanten Änderungen des Streikrechts.

Bei dem Versuch, eine Polizeiabsperrung zu durchbrechen, kam es zu Rangeleien zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Beamten setzten vorübergehend Tränengas ein, um die Demonstranten daran zu hindern, den Sitz des Regierung zu erreichen. Rangelein gab es auch am Eingang des Arbeitsministeriums, wie das Fernsehen zeigte. Die Lage beruhigte sich am Nachmittag aber wieder.

Griechenlands Regierung hat sich bei den Gläubigern des Landes verpflichtet, die Streikmöglichkeiten einzuschränken. Künftig soll ein Streik nur dann legal sein, wenn die Mehrheit der Mitglieder einer Gewerkschaft, eines Unternehmens oder einer Behörde bei einer Urabstimmung dafür gestimmt hat. Dies sieht ein Gesetzentwurf vor, den die Regierung bald dem Parlament vorlegen wird.

Bislang konnten Streiks durch einen einfachen Beschluss des Vorstands einer Gewerkschaft ausgerufen werden. Das Gesetz ist auch unter Abgeordneten der linken Regierungspartei Syriza nicht unumstritten. Am späten Montagabend musste eine Abstimmung zum neuen Streikgesetz um einige Tage verschoben werden, weil mehrere Abgeordnete der Regierungspartei nicht anwesend waren./tt/DP/men