BERLIN (dpa-AFX) – Bundesagrarministerin Julia Klöckner sieht auch aus Gründen des Klimaschutzes noch ein großes Potenzial für Häuser in Holzbauweise. Eine stärkere Holz-Nutzung binde langfristig das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2), sagte die CDU-Politikerin der "Rheinischen Post" (Montag). Auch bei Bemühungen um mehr Wohnungen können Holzbauten aus ihrer Sicht helfen. "Holzhäuser können dank hohem Vorfertigungsgrad schnell aufgebaut werden." Durch Trockenheit, Sturm und Borkenkäfer sei auch leider viel Schadholz angefallen. Wenn beschädigtes Holz von innen gesund sei, könne man es aber verwenden.

Klöckner erläuterte, Holz sei ein ständig nachwachsender Rohstoff und speichere dauerhaft Kohlenstoff, den Bäume aus atmosphärischem CO2 eingebunden und verarbeitet haben. Beim Hausbau gebe es aber noch rechtliche Hindernisse etwa beim Brandschutz, die wegen innovativer Entwicklungen im modernen Holzbau aber nicht mehr gerechtfertigt seien. "Einige Bundesländer sind noch skeptisch. Sie sollten ihre Zweifel ablegen und ihre Bauvorschriften gemessen am heute erreichten Stand der Holzbautechnik anpassen", sagte die Ministerin.

In den vergangenen 25 Jahren habe sich der Anteil der Holzbauweise auf 18 Prozent verdreifacht. "Aber da können wir viel mehr machen." Es seien zudem Hybridbauten aus Stein, Metallverbindungen und Holz möglich. Bei Hochhäusern aus Holz sei Deutschland ein Waisenkind. Nach Branchendaten wurden im vergangenen Jahr 21 000 Wohngebäude in Holzbauweise genehmigt, dazu kamen knapp 5000 Nichtwohngebäude./sam/shy/DP/jha