PARIS (dpa-AFX) – Frankreichs Wirtschaft hat nach nach einer vergleichsweise schwachen Entwicklung im ersten Halbjahr wieder Fahrt aufgenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im dritten Quartal um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gestiegen, teilte das Statistikamt Insee am Dienstag nach einer ersten Schätzung mit. Damit wurde in den Sommermonaten Juli bis September das stärkste Wachstum der Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr erreicht. In den beiden Vorquartalen war die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone im Quartalsvergleich nur um jeweils 0,2 Prozent gewachsen.

Analysten hatten für das dritte Quartal einen noch stärkeren Konjunkturschub erwartet. Sie waren im Mittel von einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,5 Prozent ausgegangen.

Zu den stärksten Wachstumstreibern zählte die Exportwirtschaft. Hier meldete das Statistikamt einen Anstieg im Quartalsvergleich um 0,7 Prozent. Damit zeigte sich bei den französischen Ausfuhren eine deutliche Verbesserung im Vergleich zur ersten Jahreshälfte. Im zweiten Quartal gab es hier nur einen Zuwachs um 0,1 Prozent und im Auftaktquartal sogar einen Rückschlag um 0,4 Prozent.

Eine deutliche Verbesserung meldeten die Statistiker auch beim privaten Konsum der Franzosen. Der stieg in den Monaten Juli bis September um 0,5 Prozent, nachdem er im zweiten Quartal noch um 0,1 Prozent gesunken war. Damit zeigte sich in Frankreich der stärkste Konsum seit etwa einem Jahr. Laut aktuellen Daten vom Dienstag sind die französischen Konsumausgaben im September allerdings überraschend deutlich gesunken.

In der ersten Jahreshälfte war Frankreichs Wirtschaft unter anderem durch Streiks gebremst worden. Das Anziehen der Wirtschaftsleistung in den Sommermonaten spielt dem französischen Präsident Emmanuel Macron in die Hände, der zuletzt wegen schlechter Umfragewerte zunehmend unter Druck geraten war./jkr/jsl/fba