LONDON (dpa-AFX) – Die Corona-Krise hat die Stimmung in den Industrieunternehmen auf eine beispiellose Talfahrt geschickt. Wie das Marktforschungsinstitut IHS Markit am Montag in London mitteilte, fiel der von ihm erhobene Einkaufsmanagerindex für die Industrie im April auf ein Rekordtief.

Zum Vormonat sank der Indikator, der sich aus einer Umfrage unter Einkaufsmanagern ergibt, um 11,1 auf 33,4 Punkte. In einer ersten Schätzung waren noch 33,6 Punkte ermittelt worden. Werte von unter 50 Punkten signalisieren ein Schrumpfen der Wirtschaft.

“Der Eurozone-Industriesektor verzeichnete im April den bei weitem stärksten Wachstumseinbruch in der knapp 23-jährigen Umfragegeschichte”, erklärte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. “Verantwortlich hierfür waren die weit verbreiteten Geschäftsschließungen, die einbrechende Nachfrage und Lieferengpässe im Zusammenhang mit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie.” Williamson erwartet nur eine äußerst schleppende Erholung.

Auch in Italien und Spanien fielen der Indikator auf jeweils Rekordtiefstände. Beide Länder wurden besonders hart von der Corona-Krise getroffen und das öffentliche Leben stark heruntergefahren. Für beide Länder wird bei dem Indikator keine Erstschätzung durchgeführt. Den niedrigsten Wert in der Eurozone verbuchte Griechenland mit 29,5 Punkten. In Deutschland und Frankreich lagen die Daten im Rahmen der Erstschätzung.

Auch wenn die Einbrüche in der Industrie gravierend sind, so war der Rückgang im Dienstleistungssektor laut einer ersten Schätzung noch deutlicher. Der Dienstleistungssektor wurde durch die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie noch stärker getroffen. Eine zweite Schätzung wird hier am Mittwoch veröffentlicht.

Die Daten im Überblick:

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Region/Index April Prognose Vorläufig Vormonat

EURORAUM
Verarb. Gew. 33,4 33,6 33,6 44,5

DEUTSCHLAND
Verarb. Gew. 34,5 34,4 34,4 45,4

FRANKREICH
Verarb. Gew. 31,5 31,5 31,5 43,2

ITALIEN
Verarb. Gew. 31,1 30,0 — 40,3

SPANIEN
Verarb. Gew. 30,8 34,0 — 45,7°

(Angaben in Punkten)

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