WIESBADEN (dpa-AFX) – Die deutsche Industrie hat ihre Gesamtproduktion zu Jahresbeginn zurückgefahren. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, lag die Produktion des verarbeitenden Gewerbes im Januar 0,8 Prozent niedriger als im Vormonat. Analysten hatten dagegen im Mittel einen Zuwachs um 0,5 Prozent erwartet. Allerdings wurde zugleich die Entwicklung im Dezember besser ausgewiesen als bisher bekannt. Anstatt eines Rückgangs um 0,4 Prozent ergibt sich nach neuen Daten ein Zuwachs um 0,8 Prozent.

Der Dämpfer in der Gesamtproduktion geht vor allem auf die Industrie zurück. Hier lag die Produktion im Januar 1,2 Prozent niedriger als im Vormonat. Besonders schwach war die Fertigung in der Autoindustrie, der Rückgang im Vergleich zum Dezember betrug 9,2 Prozent. Im Baugewerbe stieg sie dagegen um 0,2 Prozent, der Ausstoß der Energiebranche legte sogar um 3,6 Prozent zu.

"Verantwortlich für den Rückgang im Januar war in erster Linie eine wieder deutlich schwächere Auto-Produktion, aber auch ohne diesen Effekt zeigt die Tendenz eher nach unten", schrieb Commerzbank-Analyst Ralph Solveen. Das Bundeswirtschaftsministerium geht angesichts schwacher Frühindikatoren weiterhin von einer gedämpften Industriekonjunktur aus.

In anderen Ländern der Eurozone zeigt sich ein abweichendes Bild: Schon am Freitag wurde bekannt, dass die Industrieunternehmen in Frankreich, Italien und Spanien ihre Herstellung zu Jahresbeginn jeweils deutlich ausgeweitet hatten. Besonders hervor sticht die spanische Industrie, die den stärksten Monatszuwachs seit fast 18 Jahren verbuchte.

Für die deutsche Industrie ist es die nächste Ernüchterung nach schwachen Auftragsdaten von vergangenem Freitag. Im Januar hatte es im Monatsvergleich einen Rückgang um 2,6 Prozent gegeben. Das ist der stärkste Dämpfer seit Juni. Analysten waren von dem schwachen Jahresauftakt überrascht worden./niw/bgf/