WIESBADEN (dpa-AFX) – Die deutsche Industrie hat beim Auftragseingang einen Fehlstart in das neue Jahr hingelegt. Im Februar konnte sich der Ordereingang kaum vom kräftigen Dämpfer im Januar erholen. Im Monatsvergleich habe es einen Zuwachs um 0,3 Prozent gegeben, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Damit wurden die Erwartungen von Experten klar verfehlt. Sie hatten einen Zuwachs um 1,5 Prozent erwartet.

Im Januar war der Auftragseingang noch um revidiert 3,5 Prozent (zuvor 3,9 Prozent) gesunken und damit so stark wie seit einem Jahr nicht mehr. Der kräftige Dämpfer zum Jahresauftakt und die nur schwache Erholung im Februar zeigt nach Einschätzung des Experten Ralph Solveen von der Commerzbank: "Die deutsche Industrie hat tatsächlich etwas an Fahrt verloren."

Auch im Jahresvergleich lieferten die Februar-Daten eine Enttäuschung. In dieser Abgrenzung meldete das Bundesamt zwar einen Zuwachs beim Auftragseingang um 3,5 Prozent. Analysten hatten aber einen deutlich stärkeren Anstieg um 6,5 Prozent erwartet.

Die Bundesregierung sah durch die Auftragsdaten kein Problem für den Aufschwung. "Trotz des verhaltenen Starts in das laufende Jahr dürften die Auftragseingänge aufwärtsgerichtet bleiben", kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium. Die Weltkonjunktur befinde sich weiterhin im Aufschwung. Die Nachfrage nach deutschen Industriegütern dürfte daher hoch bleiben.

Auch Commerzbank-Experte Solveen bleibt mit Blick auf die weitere konjunkturelle Entwicklung positiv gestimmt: "Zu Ende ist der Aufschwung aber sicherlich noch nicht." Dafür sorgt nicht zuletzt die weiterhin extrem lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Allerdings geht Solveen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im Verlauf des Jahres wieder etwas langsamer zulegen dürfte.

Am Devisenmarkt setzten die enttäuschenden Auftragsdaten aus Deutschland den Euro unter Druck. Nach der Veröffentlichung rutschte der Kurs auf ein Tagestief von 1,2249 US-Dollar./jkr/jsl/fba