NEW YORK (dpa-AFX) – Die Rekordjagd an der Wall Street hat sich am Donnerstag mit Schwung fortgesetzt. Sowohl der Leitindex Dow Jones Industrial als auch der marktbreite S&P 500 und die wichtigsten Technologieindizes erreichten direkt zu Handelsbeginn Höchststände.

Der Dow legte zuletzt um 0,63 Prozent auf 29 211,90 Punkte zu. Für den S&P 500 ging es um 0,53 Prozent auf 3306,77 Punkte nach oben. Das Börsenbarometer hat seit Wochenbeginn bereits Tag für Tag neue Höchststände erklommen. Der von Technologiewerten dominierte Nasdaq 100 stieg um 0,60 Prozent auf 9089,69 Punkte.

Börsianer nannten mehrere Gründe für den anhaltenden Höhenflug am US-Aktienmarkt. Zum einen herrsche weiter Erleichterung, nachdem China und die USA nach einem rund zweijährigen Handelsstreit ein erstes Teilabkommen unterschrieben hatten. Zum anderen überzeugte die Investmentbank Morgan Stanley mit ihrer Quartalsbilanz.

Darüber hinaus fiel auch ein Teil der veröffentlichten US-Konjunkturdaten überraschend stark aus. Die Anleger überzeugte vor allem, dass sich das Geschäftsklima in der US-Region Philadelphia im Januar deutlich stärker aufgehellt hatte als erwartet. Der Indikator der regionalen Notenbank stieg auf den höchsten Stand seit Mai 2019. Darüber hinaus sanken die wöchentlichen Anträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend.

Unter den Einzelwerten gaben Bankaktien dem gesamten S&P 500 auftrieb. So schnellten die Papiere von Morgan Stanley mit einem Plus von fast 7 Prozent an die Index-Spitze. Das Handelsgeschäft der Bank lief im vierten Quartal ausgesprochen stark und auch allgemein wurden die Erwartungen übertroffen, etwa bei den Nettozinserträgen, den Nettoerträgen oder auch dem Ergebnis je Aktie.

Die Bank of New York Mellon traf unterdessen zwar beim bereinigten Quartalsergebnis je Aktie die durchschnittliche Analystenprognose. Negativ kam jedoch an, dass Interims-Vorstandschef Todd Gibbons betonte, die Bank werde auch weiterhin unter dem schwachen Zinsumfeld leiden. Die Papiere brachen am Index-Ende um mehr als 7 Prozent ein.

Alcoa verzeichnete im vierten Quartal kräftige Verluste und enttäuschte die Erwartungen. Für das Jahr 2020 erwartet der Aluminiumhersteller zwar eine Erholung der Nachfrage. Dennoch knickten die Anteilscheine um fast 10 Prozent ein.

Auch der Hersteller von Kunstglas und Chemieprodukten PPG Industries enttäuschte den Markt, was den Aktien einen Verlust von rund 3 Prozent einbrockte. Das Unternehmen meldete ein schwächer als erwartetes Ergebnis je Aktie im vierten Quartal und auch die Prognose für den Gewinn je Aktie im ersten Quartal blieb hinter den Schätzungen der Experten zurück.

Die Papiere von Tesla büßten indes nach einem negativen Analystenkommentar von Morgan Stanley fast 4 Prozent auf rund 500 US-Dollar ein. Am Dienstag noch hatten sie ein Rekordhoch bei etwas über 547 Dollar erreicht. Nach dem exorbitanten Kursanstieg der vergangenen vier Monate hält Analyst Adam Jonas die Bewertung der Aktien des Elektroautoherstellers nun für sehr hoch und das Chance-Risiko-Verhältnis für ungünstig. Risiken im langfristigen China-Geschäft dürften vom Markt noch nicht in ihrer Gesamtheit erfasst worden sein, schrieb er zudem./la/jha/