NEW YORK (dpa-AFX) – An der Wall Street ist die Rekordjagd am Mittwoch in eine neue Runde gegangen. Sowohl der Leitindex Dow Jones Industrial als auch der marktbreite S&P 500 erklommen im frühen Handel Höchststände. Auch Technologieaktien legten zu. Die Anleger zeigten sich erleichtert, dass China und die USA zwei Jahre nach Beginn des Handelsstreits nun endlich ein erstes Abkommen besiegeln wollen.

Der Dow gewann zuletzt 0,52 Prozent auf 29 090,66 Punkte und profitierte damit auch von einem Kurssprung bei den Aktien des Gesundheitsdienstleisters und Krankenversicherers UnitedHealth . Für den S&P 500 ging es um 0,39 Prozent auf 3296,11 Punkte nach oben. Der von Technologiewerten dominierte Nasdaq 100 gewann 0,46 Prozent auf 9075,34 Zähler.

Das Teilabkommen zwischen China und den USA sollte an diesem Mittwoch im Weißen Haus in Washington unterzeichnet werden. Beide Seiten machen Zugeständnisse und wollen bis auf Weiteres keine neuen Strafzölle mehr verhängen. Die seit 2018 verhängten zusätzlichen Importgebühren werden aber zunächst im Wesentlichen bestehen bleiben.

An der Zeremonie sollten unter anderem US-Präsident Donald Trump sowie Chinas Chefunterhändler und Vizepremier Liu He teilnehmen. Trumps Regierung sieht den Vertrag als die erste von mehreren Phasen eines umfassenden Abkommens. Der Handelsstreit hatte zuletzt die weltweite Konjunktur belastet und das Wirtschaftswachstum in den beiden Ländern gebremst. Der Text des Handelsabkommens ist bislang noch nicht veröffentlicht worden.

Positive Nachrichten kamen zur Wochenmitte bereits von der US-Konjunktur: Die Stimmung in der Industrie im Bundesstaat New York hellte sich im Januar stärker als erwartet auf.

An der Dow-Spitze zogen die Aktien von UnitedHealth um 1,7 Prozent an. Das Unternehmen hatte im abgelaufenen Jahresviertel die Margen erhöht und überraschend viel verdient.

Zudem rückten erneut Geschäftszahlen der Finanzkonzerne in den Fokus. Auf die starken Resultate der Bank JPMorgan und auch von der Citigroup am Vortag folgten nun überraschend schwache Ergebnisse der Investmentbank Goldman Sachs . Das Geldhaus hatte im vergangenen Jahr wegen eines schwächeren Investmentbankings und hoher Rechtskosten einen deutlichen Gewinnrückgang verbucht. Allerdings verlief der Anleihehandel überraschend gut. Angesichts der freundlichen Stimmung am Gesamtmarkt machten die Goldman-Sachs-Aktien anfängliche Verluste wett und stiegen zuletzt um knapp 1 Prozent.

Bei der Bank of America überzeugte der Anleihehandel zwar ebenfalls,dennoch fielen die gesamten Erträge des Instituts niedriger aus als ein Jahr zuvor, weil das Privatkundengeschäft aufgrund eines geringeren Zinsüberschusses weniger einbrachte. Die Anteilscheine büßten zuletzt rund 2 Prozent ein./la/he