FRANKFURT (dpa-AFX) – Deutsche Aktien bleiben auch am letzten Handelstag der Woche gefragt. Die Entspannung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran könnte dem Dax bei weiter anziehenden Kursen in Kürze zu einem Rekordhoch verhelfen. Im frühen Handel fehlten dem Leitindex nur noch gut 50 Punkte zur Bestmarke von 13 596 Zählern, die vom Januar 2018 datiert.

Dann aber ging der Schwung etwas verloren. Zuletzt notierte der Dax nur noch knapp mit 0,05 Prozent im Plus bei 13 501,32 Punkten. Marktbeobachter Andreas Lipkow von der Comdirect Bank hält es für möglich, dass Gewinnmitnahmen zum Ende einer starken Woche den Schwung bremsen könnten. Auf Wochensicht zeichnet sich für den Dax derzeit ein Gewinn von mehr als zwei Prozent ab.

Der MDax der mittelgroßen Börsentitel näherte sich sogar bis auf wenige Punkte dem bisherigen Rekordhoch von 28 643 Punkten, bekam dann aber wie der Dax kalte Füße. Zuletzt gab er ganz knapp auf 28 549,28 Punkte nach. Beim EuroStoxx 50 können Anleger von Rekordsphären nur träumen, bei ihm ging es am Freitag um 0,2 Prozent auf 3788,89 Punkte bergab.

Während die Sorgen um das Säbelrasseln mit dem Iran abflauen, richten sich die Blicke auch weiter optimistisch auf den anderen Streitpartner der USA. In der kommenden Woche soll eine Teileinigung im Handelsstreit mit China unterzeichnet werden. Chinas Vizepremier Liu He reist deshalb Anfang nächster Woche nach Washington. Diese Ankündigung gilt als erste offizielle Bestätigung von chinesischer Seite.

An diesem Freitag liegt der Fokus auch auf den US-Arbeitsmarktdaten. "Diese dürften die Erwartungen leicht übertreffen und damit eine Fortsetzung der konjunkturellen Erholung signalisieren", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. Beim Dauerthema Brexit stimmte das britische Unterhaus am Vortag wie erwartet endgültig für den EU-Austritt per Ende Januar.

Auf Unternehmensseite sorgte am Morgen vor allem RWE für Gesprächsstoff. Die Hoffnung auf eine hohe Entschädigung für den Kohleausstieg trieb die Aktien an der Dax-Spitze um 3,1 Prozent nach oben. Der Versorger dürfte bis zu zwei Milliarden Euro an Entschädigung erhalten, schrieb die "Rheinische Post" unter Berufung auf Parteikreise.

Unter den Nebenwerten sorgten neue Analysenkommentare für Bewegungen. Den Anlegern des Anlagenbauer Dürr und des Verbindungstechnik-Herstellers Norma Group spielten jeweils Kaufempfehlungen der Societe Generale wegen verbesserter Perspektiven für die Profitabilität in die Karten. Die Aktien rückten um 7 beziehungsweise 6 Prozent vor.

Uniper und Hella dagegen litten jeweils mit Abschlägen von etwa 2 Prozent unter Abstufungen durch verschiedene Analysehäuser. Für den Energiekonzern Uniper haben die US-Banken Citigroup und Bank of America negative Haltungen angenommen. Beim Autozulieferer Hella strich das Bankhaus Lampe seine bisherige Kaufempfehlung./tih/mis