FRANKFURT (dpa-AFX) – Ein neuer Angriff des US-Präsidenten im Handelskrieg gegen China hat dem Dax am Mittwoch den Wind aus den Segeln genommen. Der deutsche Leitindex rutschte in der ersten Handelsstunde um 0,48 Prozent auf 12 097,92 Punkte ab, nachdem er tags zuvor seinen Abwärtstrend seit Anfang Mai geknackt hatte.

In sechs Handelstagen war der Dax von der als langfristiger Trendindikator viel beachteten 200-Tage-Linie aus in der Spitze um über 5 Prozent angesprungen, bevor ihm am Dienstagnachmittag bei 12 227 Punkten bereits etwas der Schwung ausgegangen war. Eine indirekte Drohung von Donald Trump Richtung Reich der Mitte sorgte nun für weitere Gewinnmitnahmen. Trump sagte: "Wir hatten einen Deal und wenn sie nicht wieder zurückkommen zu diesem Deal, dann habe ich kein Interesse." China brauche ein Abkommen.

Nebst Zinssenkungsfantasie hatte zuletzt auch die Hoffnung auf eine erneute Annäherung der Konfliktpartien auf dem G20-Gipfel Ende des Monats wieder für eine offensivere Gangart der Anleger gesorgt. Diese könnten sie nun wieder überdenken und es droht dem Aktienmarkt bis zum Treffen zwischen Trump und Xi Jinping ein Schlingerkurs.

Der MDax , in dem die Aktien mittelgroßer Unternehmen vertreten sind, büßte am Mittwoch 0,20 Prozent ein auf 25 384,68 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um ein halbes Prozent abwärts.

Auf der Kurstafel steht Axel Springer klar im Fokus: Die Papiere des Medienkonzerns sprangen nach einem Übernahmeangebot des US-Finanzinvestors KKR um bis zu 13 Prozent auf 63,30 Euro an. Die Amerikaner wollen zusammen mit der Großaktionärin Friede Springer und dem Vorstandschef Mathias Döpfner die Gesellschaft kontrollieren und bieten 63 Euro je Springer-Aktie in bar. KKR strebt eine Mindestannahmequote von 20 Prozent an. Bei dieser Gelegenheit senkte das Medienhaus auch gleich seine Umsatz- und Ergebnisprognose. Als Gründe dafür wurden eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung und die Einführung einer Digitalsteuer in Frankreich angeführt.

Eine Studie zur Stahlbranche von Goldman Sachs trieb die darin zum Kauf empfohlenen Papiere des Stahlhändlers Klöckner & Co um 3 Prozent an. Der anhaltend sehr schwierige europäische Stahlmarkt habe die Sektorbewertung auf ein mittlerweile attraktives Niveau geführt, erklärte Analyst Eugene King. Zudem hätten sich die Aussichten für die zweite Jahreshälfte aufgehellt.

Papiere von Nordex profitierten mit einem Kursplus von gut 2 Prozent von der weiter starken Auftragslage. Nach einer Order aus Polen am Vortag konnte der Hersteller von Windkraftanlagen nun eine Bestellung aus Spanien melden./ag/mis